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Living, walking, dancing, returning und nun auch „The Crying Dead“. Hinter dem preisgünstig abgedrehten Streifen verbirgt sich nicht etwa ein weiterer Zombiefilm, sondern einer aus der Kategorie Found Footage mit Handkamera. Bei einem Budget von 200.000 Dollar fragt man sich allerdings, was denn da so teuer gewesen sein soll.

Sechs junge Leute um Chris wollen in einem verwaisten Hospital die Pilotfolge für ihre Reality TV-Show drehen. Sie dringen nachts in das Gebäude ein und müssen bald feststellen, dass es keinen künstlich erzeugten Spuk benötigt, um etwas vor die positionierten Kameras zu bekommen...

Die Einstiegsszene in Schwarzweiß lässt noch auf stimmigen Grusel mit einigen Bluteinlagen hoffen, als weit in der Vergangenheit ein medizinisches Team Experimente an einer gewissen Elizabeth vollzieht, die dann per Telepathie ihre Peiniger durch den Raum schleudert. Leider steht die Szene für sich, denn auf dieses Ereignis wird im Verlauf nicht mehr eingegangen.
Schließlich erfährt man nur etwas über drei Brandopfer, das vermeintliche Verbrennen von Leichen und kannibalistische Neigungen von Holzfällern.

Das Vorgeplänkel zieht sich wie Kaugummi und dennoch bleiben die Figurenzeichnungen komplett unterentwickelt, wodurch eine Bindung erst gar nicht zustande kommt. Es fehlt sogar die Quotenerscheinung wie der Asiat, der Schwarze oder der Nerd. Eine paranormale Begebenheit offenbart sich erst nach rund 45 Minuten, was innerhalb von nur 77 Minuten Laufzeit verdammt spät ist.

Hierbei zeigt sich die Ideenlosigkeit des Unterfangens, denn nach kurzer Anwesenheit eines oder mehrerer Geistermädchen wird das potenzielle Opfer wie von Geisterhand aus dem Bild gezogen oder allenfalls kurz durch den Raum geschleudert, um anschließend verschwunden zu bleiben: Keine direkte Gewalteinwirkung, kein Blutvergießen. Jene Abläufe wiederholen sich, bis die Gruppe entsprechend dezimiert wird. Natürlich spricht die letzte Person final in die Kamera: „ Wenn irgendjemand das hier findet…“, - klar, sonst wäre es ja auch kein Found Footage.

Das Wackeln der Kameras hält sich zwar in Grenzen, doch ein Großteil der Bilder ist reichlich grobkörnig ausgefallen, nicht zuletzt bedingt durch einige Farbfilter wie Nachtsicht oder Infrarot, was wahlweise auch lila aussehen kann. Die Soundeffekte sind schwach, einen Score gibt es nur kurz zu Beginn und die wenig markanten Mimen leisten allenfalls Dienst nach Vorschrift.

Zahlreiche Pendants konnten aus der Prämisse eines Fernsehteams in Spukkrankenhäusern bereits mehr herausholen, obgleich das meistens auch nicht viel war. Hier mangelt es an abwechslungsreichen Einlagen und treffsicheren jump scares, an zündenden Ideen und ausgereiften Hintergründen, während die Räumlichkeiten allenfalls in Ansätzen eine leichte Gruselstimmung aufkommen lassen. Ein kompletter Langweiler,
3 von 10

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