Einen Cop-Thriller der ganz alten Schule präsentiert Regisseur Joe Carnahan, in der die Beamten ihre Schnauzer noch mit Stolz tragen und mieser drauf sind als jeder Gangster!
Jason Patric als resignierter Polizist bekommt einen psyopathisch veranlagten Partner in Gestalt von Ray Liotta für die Ermittlungen eines Kollegen-Mordes zur Seite gestellt.
Das riecht erstmal einem typischen Buddy-Movie, ist am Ende aber eine tragische Prabel über die verzweifelte Suche nach dem Glück, verpackt in einen knüppelharten Streifen, auf den ein Frankenheimer stolz gewesen wäre! Die Tristesse von "NARC" wird nicht über eine edel-gothische Atmosphäre ala "Seven" oder "Tattoo" vermittelt - die ausschließlich mit Handkamera gestaltete Optik erzeugt den vorrangig authentischen Charakter und ein Detroit im Winter erledigt den Rest in Sachen Schwermut. Lediglich mit einem Bong der besonderen Art wird für einen kurzen Moment so etwas wie schwarzen Humor gegönnt, allgegenwärtig aber ist drückende Melancholie, die sich wie eine dunkle Wolke durch das Schicksal aller Beteiligten legt. Patrics Figur ist sich seiner Situation bewusst und versucht vergeblich mit ihr zu arrangieren, Liottas Charakter hat sich bereits unausweichlich seiner Umwelt angepasst und erwidert diese wie ein Pitbull mit eruptiver Gewalt.
Als äusserst ungleiches Duo prügeln und schiessen sie sich zur Wahrheit vor und enden in einem erbitterten Finale, das den Zuschauer mit ungläubigen Staunen entlässt - dieses verkannte schwarze Juwel wurde seinerzeit mit Zeitschriften verramscht! Ein unwürdiges Forum in Anbetracht Liottas unglaublich intensiver Performance, der das Potential der cleveren Story erkannte und gleich mitproduzierte.
Roh, dreckig, mit großem Ernst wird das Drama entfaltet, packt einen bereits in den ersten Sekunden und gewährt kein Entkommen aus seinem kalten, harten Griff bis die musikalische Begleitung des Abspanns so etwas wie die Ahnung an eine bessere Welt gönnt - ein *Wahnsinns-Film*!