NARC beginnt packend - die eskalierende Situation wird mit wackeliger Handkamera festgehalten.
Sofort ist man mittendrin im Geschehen:
Während eines Einsatzes erschießt der Undercover-Cop Nick Tellis (Jason Patric) nicht nur einen mordlustigen Junkie sondern auch das ungeborene Kind einer schwangeren Frau.
Infolgedessen wird er als disziplinarische Maßnahme in den Innendienst versetzt und muss den Fall eines weiteren Undercover-Polizisten untersuchen, der in der Drogenszene verprügelt und dann erschossen wurde. Zur Aufklärung des Falls wird ihm der Freund und Partner des Ermordeten, Henry Oak (Ray Liotta) zur Seite gestellt. Bereits nach kurzer Zeit müssen die beiden feststellen, dass sich die Geschichte weit schwieriger darstellt als erwartet...
Wer ein Mainstream-kompatibles Buddy-Movie mit Action und Humor erwartet, wird sich nach kurzer Zeit fehl am Platze wähnen. Regisseur Joe Carnahan entwarf sein dusteres Bild der amerikanischen Polizei-Arbeit mit desillusionierten Figuren und durchgestylter Optik. Die verhältnismäßig ruhige Erzählweise lässt jedoch keineswegs Langeweile aufkommen - vielmehr legt er Wert auf detaillierte Charakterzeichnung und einer konsequenten Geschichte, die in einem spektakulären und überraschenden Finale endet. Tiefgründige Psychologie mit einem Schuss Gesellschaftskritik regiert anstatt plakativer Gewalt. Gründe, warum der Streifen wohl an den amerikanischen Kassen keinen Erfolg feiern konnte.
Bei der Besetzung ist zu erwähnen, dass die beiden Hauptdarsteller auf der ganzen Linie überzeugen - besonders Ray Liotta, der sich für seine Rolle mehrere Pfunde angefressen hat.
Alles in allem ein schonungsloses, authentisches und jederzeit spannendes Drama im Polizei-Milieu, das zwar nicht ganz an die Klasse eines TRAINING DAY heranreicht, jedoch vorbehaltlos allen Fans anspruchsvoller Krimi-Ware empfohlen werden kann!
(7,5 / 10)