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Eine Handvoll straffälliger Jungs nimmt an einem Resozialisierungsprogramm Teil. In einer betreuten Wohngemeinschaft soll ihr soziales Fehlverhalten untersucht werden. Doch weder geborene Rebellen noch bigotte Vormünder ändern sich so leicht…

Die Protagonisten reden, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, verhalten sich sprunghaft und irrational und taumeln durch eine unverbesserliche Welt des Stillstands: Kein Zweifel, die Nouvelle Vague ist aus Frankreich nach Schweden geschwappt. Geworden ist daraus ein gut gespieltes, ehrliches Drama, das einige Lebenshärten auf die Leinwand bringt, die seinerzeit sicherlich so noch nie zu sehen gewesen waren: sexueller Missbrauch durch Vertrauenspersonen, Prostitution, Zuhälterei, Sodomie. Auf analytischer Ebene arbeitet der Film gegen blauäugige Sozialtherapie und verlogene Erzieher-Kameradschaft. Auf emotionaler Ebene weiß er leider nur wenig Bindungskraft zu entwickeln, sodass der Zuschauer in der Rolle des distanzierten Zeugen bleibt, anstatt zum mitfühlenden Beteiligten zu werden.

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