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Billy Oberst Jr., der charismatische Mime deutscher Abstammung, dürfte wohl so schnell nicht die Hauptrolle in einer romantischen Liebeskomödie übernehmen, denn zu sehr ist er auf den Bösewicht im B-Horror-Bereich spezialisiert und füllt jene Rollen meist mit viel Herzblut aus. Das Debüt eines gewissen Joe Hendrick rettet allerdings auch er nicht.

Vor einem Jahr hatte Schülerin Jenny einen Autounfall mit Folgen, an den sie sich jedoch kaum erinnern kann. Nun feiert die eigentlich strebsame Schülerin in ihrem Elternhaus eine kleine Party, auf der auch bald ein ungebetener Gast (Oberst Jr.) erscheint, da er noch eine alte Rechnung mit der Gastgeberin offen hat…

Natürlich ist der Autounfall nur ein vager Aufhänger für einen durchschnittlichen Slasher, denn es geht dem Killer nur vordergründig um Rache. Das wäre insofern noch nachvollziehbar, jedoch erscheint es alles andere als logisch, dass Killer Vick noch vor der eigentlichen Racheaktion die freundliche Nachbarin von Jenny malträtiert und anschließend tötet, denn diese hat rein gar nichts mit den traumatischen Ereignissen zu tun. Auch die Partygäste sind unbeteiligt, durch diese geht allenfalls der Bodycount ein wenig in die Höhe.

Die Handlung kommt indes nur schleppend in Gang, denn zu sehr ist ein Handlungsabschnitt mit irrelevanten Querelen bei der Polizei beschäftigt, während die kleine Feier mit Softsex, merkwürdigen erotischen Gepflogenheiten und Flaschendrehen in die Länge gezogen wird. Beim Letztgenannten ist zumindest die Kamera recht originell unterwegs.

Originalität bildet hier ansonsten Mangelware, selbst ein kleiner Twist vorm Showdown ist erahnbar und fördert keineswegs die Dramaturgie. Spannung stellt sich allenfalls auf Sparflamme ein, während die FSK mal wieder Hand anlegte und etwas derbere Szenen entfernte. Die zumeist handgemachten Effekte beinhalten immerhin noch einige Hammerschläge, eine Axt in Rücken und Brust, abgetrennte Finger, ein entstelltes Gesicht und eine abgetrennte Hand, was unterm Strich okay gestaltet wurde.

Weniger okay agieren die Mimen, denn bis auf Mr. Oberst bringen die jüngeren Leute nur wenig Spielfreude mit. Dazu passen die unzureichenden Figurenzeichnungen und die lustlose, teils völlig unpassende Synchro.

76 Minuten Laufzeit (geschnitten) hätten auch nicht viel länger ausfallen dürfen, denn mehr hat die Story schlichtweg nicht zu bieten, zumal sich bereits im Mittelteil minimale Längen auftun. Die Prämisse des gnadenlosen Rächers liest sich gut, sie entpuppt sich jedoch nur als Vorwand, um einen uninspirierten Slasher von der Stange zu liefern, dem es an Atmosphäre, nachvollziehbaren Handlungsweisen und Suspense mangelt.
4 von 10

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