Review

Der große Zampano und die noch größeren Kulleraugen

„La Strada“ gehört in meine persönliche Top 5, vielleicht sogar Top 3 von Federico Fellini und somit automatisch zu den besten Filmen aller Zeiten. Ein kleines, berührendes Herzens- und Wunderwerk, das einen das Kino fast nochmal mit Kinderaugen sehen lässt… Erzählt wird von der jungen, naiven Gelsomina, die von dem Hünen, Kraftmenschen und Artisten Zampano gekauft, als Assistentin (und irgendwie auch als Sklavin und Liebhaberin) missbraucht und auf eine zerstörerische Reise durch Italien geschleppt wird… 

Die Straße & Ich

Einer der ultimativen Zirkusfilme. Einer der ultimativen „Fellinis“. Einer der ultimativen Roadtrips. Und vieles mehr. Es ist ein Leichtes in „La Strada“ Superlative zu finden. Und im Kern kommt diese clowneske Melancholie doch gänzlich über die kleinen, menschlichen Momente und sein großes Herz. Kinomagie. Fellini at his finest. Zugänglich, simpel und doch künstlerisch höchst anspruchsvoll. Mit Wut im Bauch und Ausdruck im Gesicht. Anthony Quinn ist großartig und glaubhaft als Kraftpaket und verirrte Männerseele. Die italienischen Landschaften - von trockener Pampas bis Schneegestöber! - sind erhaben und körniges Eyecandy. Aber natürlich bleibt einem vor allem die großartige und einzigartige Guilietta Masina im Herzen und Gedächtnis, die die benutzte und zerbrechende Gelsomina irgendwo zwischen Chaplins Vagabund und dem letzten Einhorn einfach unvergesslich spielt. Ihre Augen, ihre Mimik, ihre Gestik, ihre Güte, ihr Schicksal - das bekommt man nicht aus den Knochen, das hat sehr viel von den größten Stummfilmmomenten, das ist einfach groß! 

Glühwürmchen & Balanceakte

Fazit: Fellinis vielleicht sensibelster Film. Genauso nah an DeSica oder Chaplin wie bei sich selbst, trotz ein paar surrealer Nuancen. Ein unfassbar berührender und erinnerungswürdiger Roadtrip zwischen Kidnapp, Wanderzirkus & Romantik! Meisterwerk! 

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