Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 08.07.2014

Sicherlich betet die Fortsetzung zur erfolgreichen Buchverfilmung die Regeln für anspruchsvolle Sequels geradezu herunter, kann damit aber auch nicht die vielen Schwächen herunterspielen, die schon den ersten Teil plagten. „Catching Fire“ rezitiert vor allem alte Gladiatoren- und Sklavenfilme wie „Ben Hur“ ausgiebig, zerfällt dabei aber sichtbar in zwei Teile und kann weder die erzählerische Komplexität noch den Bombast der großen Epen aus den 50ern und 60ern aufrufen. Die dialoglastige erste Hälfte bemüht sich um vielschichtige Charakterisierung des im ersten Teil vorgestellten Gesellschaftssystems und verteilt den Blickwinkel sorgfältig auf mehrere Perspektiven, die mediale (vorgaukelnde) ebenso wie die persönliche (ehrliche). Dann geht’s auf die Insel und die dystopischen Elemente verdunsten zu SciFi-Abenteuer-Action, wie es sie eben auch im ersten Teil gab und wie es der Zuschauer auch irgendwo erwartet. Das ist alles gut (wenn auch mitunter künstlich) gemacht, einen zugkräftigen Star hat’s auch in der Hauptrolle und die hochkarätigen Nebenrollen veredeln die Peripherie, aber all das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Geschichte als solche einfallslos wirkt. Das ist wohl schon der Vorlage anzudichten, dem Film aber ebenso anzukreiden. Bei Gefallen des ersten Teils aber durchaus weiterzuempfehlen.

*weitere Informationen: siehe Profil

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