Katniss und Peeta haben die Hungerspiele überlebt. Doch viel mehr: Sie haben dem mächtigen Kapitol die Stirn geboten. Ihr Beispiel ermutigt die unterdrückte Bevölkerung in den Distrikten zur Rebellion gegen das Regime. Doch dann ändert Präsident Snow kurzerhand die Spielregeln und lässt alle bisherigen Gewinner bei den anstehenden Hungerspielen noch einmal gegeneinander antreten. Auch Katniss und Peeta werden in die Arena geschickt und müssen sich erneut dem Kampf ums Überleben stellen. Und langsam wird ihnen klar, dass sie in Wirklichkeit Teil eines viel größeren Plans sind.
Der zweite Teil einer Trilogie (wenn man das bei dieser modernen Unsitte das Finale in zwei Filme zu splitten überhaupt noch davon reden kann) ist in den meisten Fällen ja leider nur der verkrüppelte Cousin, neben dem bei Familienfesten keiner sitzen möchte, und der eigentlich dazu dient die Vorfreude auf das große Finale zu schüren. Streng genommen passiert auch hier nicht wirklich viel. Die Story wird nur sanft vornagetrieben und eigentlich wiederholt man hauptsächlich das, was man aus dem Vorgänger schon kannte. Totalitäres Regime, junge Heldin, Gefühle und am Ende geht’s zurück nach Vietnam… äh, in den Dschungel unter einer Kuppel und man spielt mal wieder ein Last Man standing Deathmatch mit den Siegern der vergangenen Seasons, also auf ein neues Pfeil und Bogen und die schrillen Klamotten und Frisuren aufpoliert und weiter geht’s.
Leider ist der Film für meinen Geschmack sehr ungünstig strukturiert, denn weit über eine Stunde passiert eigentlich wenig bis kaum etwas. Man erhält ein paar neue Einblicke ins Innenleben des bösen Kapital, das die Bevölkerung der 12 Distrikte ausbeutet, in Armut leben läßt und die ganzen Hungerspiele nur als Ablenkung und zur Gefügigmachung der Massen veranstaltet. Immerhin wird schonmal zart das Pflänzchen der Revolution gepflanzt, während Katliss und Peeta auf großer Siegertour durchs Ländle ziehen. Dazu geht’s weiter mit der Dreiecksgeschichte, denn Katliss liegt ja eigentlich jemand anderen, ein Motiv das man wohl bei Twilight abgekupfert hat, also mit anderen Worten es wird geredet und geschmachtet, aber in Sachen Tempo und Action kann man getrost 1,5 Stunden zu spät ins Kino kommen und verpaßt nichts.
Für mich sind die Tribute immer noch eine Art Nachspielen des japanischen Battle Royale auf Beginner- bzw. Teenagerlevel. Auch Catching Fire bietet eher SciFi/Fantasy für Heranwachsende. Die Mädels dürfen seufzen wie ganz doll süß Katliss im Hochzeitskleid aussieht und die Jungs kullern mit den Augen aufgrund der krass konkret rasanten Action im Todesparcours. Selbiger wurde immerhin etwas aufgepeppt mit Kraftfeldern und stündlich wechselnden Todesspecials wie giftigen Nebel, Killeraffen oder Flutwellen, aber im Grunde bleibts doch beim Alten und kann ebenso wenig überzeugen wie der Vorgänger. Oder ich bin mittlerweile einfach rausgewachsen aus all den Potters, Twilights, Eragons, Narnias oder wie sie alle heißen.
5/10