Der angesehene Psychiater Dr. Peter Ross hat eine experimentelle Konfrontations-Therapie entwickelt, mit denen er jedwede Phobien auf rabiate Art und Weise zu heilen gedenkt... und die er nun an einer Gruppe von verurteilten Straftätern austestet, die freiwillig bei ihm in Behandlung sind. Eine seiner Patientinnen, die unter Agoraphobie leidet, kommt plötzlich bei einer Bomben-Explosion in seiner Wohnung ums Leben, was den Polizei-Inspector Barnes anschließend zu der Vermutung führt, dass der Anschlag eigentlich Ross selbst gegolten hat. Das ist nur der Beginn einer Mordserie, bei der die Teilnehmer von Ross' Therapie-Gruppe zumeist passend zu ihren jeweiligen Ängsten ins Jenseits befördert werden (sprich: Der Typ mit Höhenangst fällt vom Hochhaus, der Schlangen-Phobiker wird totgebissen etc.). Irgendwann steht sogar Dr. Ross selbst, der als Kind den Tod seiner kleinen Schwester nicht verhindern konnte und seitdem traumatisiert ist, auf der Liste der Verdächtigen ganz oben... Okay, ein John Huston hat wohl ab und an auch mal Kohle gebraucht, aber die hat er sich nach seinem memorablen Auftritt in Roman Polanskis "Chinatown" doch zumeist eher auf die Schnelle als Darsteller in billigen Genre-Filmchen wie "Der Polyp - Die Bestie mit den Todesarmen", "Die Außerirdischen" oder "Head On" verdient... bei "Phobia" hat sich die Regie-Legende aber doch tatsächlich mitten in der Slasher-Mania der frühen 80er Jahre vor den Karren einer kanadischen Steuerabschreibungs-Produktion spannen lassen und einen an und für sich recht tauglichen Whodunit?-Stoff ganz schön in den Sand gesetzt, denn dabei herausgekommen ist nämlich nur ein lahmer Psycho-Thriller mit einem unspektakulären Body-Count, der innerhalb der damaligen Schlitzerfilm-Welle zu keinem Erfolg schwimmen konnte und bei dem sich der Zuschauer ebensosehr langweilt, wie es Huston wohl am Set getan haben muss. Hier wurde so ziemlich alles versemmelt, was nur möglich war, angefangen von den laschen Spannungs-Momenten, die weitestgehend ins Leere laufen, über eine zentrale Auto-Verfolgungsjagd, der es an Rasanz mangelt, bis hin zur Auflösung des Ganzen, die da in der allerletzten Szene in küchenpsychologischer Manier eher beiläufig gereicht wird und einen ziemlich unbefriedigt zurücklässt. So hätte man von dem Macher solcher Klassiker wie "Die Spur des Falken", "African Queen" und "Moby Dick" (um nur mal die bekanntesten zu nennen) doch zweifellos mehr erwartet als ein unbeteiligt inszeniertes Filmchen ohne Höhepunkte, das auch jedes dahergelaufene Arschloch wirklich genauso hinbekommen hätte. Und es ist ja echt nicht so, dass das ganze Unterfangen von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen wäre, denn auch abseits von Huston war hier eigentlich genügen fähiges Personal involviert: So stammt die Story-Vorlage u.a. von den beiden "Alien"-Autoren Dan O'Bannon und Ronald Shusett sowie dem späteren "Tot & Begraben"-Regisseur Gary Sherman und an der finalen Drehbuch-Fassung war sogar Hammer-Autor Jimmy Sangster beteiligt. Nun ja, offensichtlich ein klarer Fall von "Zu viele Köche verderben den Brei", denn anders kann man es sich nicht erklären, dass "Phobia" sämtliches ihm innewohnende Potenzial von subtilen Fiesheiten bis hin zu perversem Thrill so gnadenlos verschenkt und im Endeffekt - abgesehen von einer kurzen Nackt-Szene der späteren "Die Klasse von 1984"-Punkerin Lisa Langlois - wie ein popeliger Fernsehfilm wirkt... und das nicht nur, weil die Fotografie mal wieder Kanada-typisch flach ist! Nicht mal das zentrale Gimmick mit den Phobien wird da so richtig ausgespielt. TV-"Starsky" Paul Michael Glaser, der seinen Dr. Ross ziemlich lethargisch runterspielt und damit nicht unbedingt als Sympathieträger taugt, ist hier in seiner einzigen Kino-Hauptrolle zu sehen, bevor er dann im Anschluss hinter die Kamera gewechselt ist und als Regisseur etwas lebhaftere und heutzutage immer noch wohlgelittenere Streifen wie das Schwarzenegger-Vehikel "Running Man" oder die Sport-Romanze "Liebe und Eis" abgeliefert hat. Erstaunlicherweise ist "Phobia" zwar ziemlich klar der Tiefpunkt, aber nicht das Ende von John Hustons Regie-Karriere gewesen, der da trotz fortgeschrittenem Alter noch ein paar Jahre lang Gas gegeben und mit seinen Alterswerken "Unter dem Vulkan", "Die Ehre der Prizzis" und "The Dead" zum Abschluss einen filmischen Hattrick gelandet hat, der ein wenig erinnerungswürdiger geraten ist, als das hier. Fazit: "Phobia" schürt höchstens die Angst vor schlechten Horrorfilmen, sonst nix...!
3/10