Review
von Leimbacher-Mario
Violinenmimen
„Music of the Heart“ erzählt die an wahre Begebenheiten angelehnte Geschichte einer Musiklehrerin (grandios, natürlich und unnachahmlich von Meryl Streep gespielt!), die in einem New Yorker Problembezirk an einer Schule angenommen wird und dort mit ihrem Violinenunterricht einigen Kindern und Jugendlichen eine ganz neue Sicht auf Kunst, Musik, das Lernen und das Leben gibt…
Der einzige (Absolut-)Nicht-Genrefilm von Horrormeister Wes Craven. Klingt wie typisches Oscarfutter für Star wie Regisseur. Vielleicht wollte Wes auch endlich mal weg von Schreien und Alpträumen, hin zum Goldjungen. Solche Gedanken können einem bei „Music of the Heart“ fix in den Kopf kommen. Doch schnell merkt man bei diesem Musikdrama, dass sowohl Herz als auch Kraft weit stärker sind als nur der reine Wunsch und Willen Preise und Prestige zu gewinnen. Manchmal wirkt das eher wie ein TV-Film, richtig überraschend und spannend und konfliktstark ist das nie. Eben ein Unterschichtendrama mit Höhen, Tiefen und einem zu keiner Zeit gefährdeten Happy End. Safe. Wohlig. Bekannt. Aber natürlich auch solide gemacht. Emotionale und menschliche Handwerkskunst. Dennoch in Sachen Unterhaltungswert weit hinter Cravens Gruselkram, der mir einfach mehr liegt. Einen Daumen runter würde „Music of the Heart“ von mir jedoch nie bekommen. Jubelstürme aber genauso wenig.
Fazit: Wes Cravens liebster und… langweiligster Film? Oscarbait unter Oscarbaitniveau? Feel Good-Weichspüler? Das wäre zu streng. Dennoch gucke ich lieber nochmal „Shocker“ oder „Chiller“ - selbst wenn die so objektiv wie möglich gesehen wohl die schwächeren Werke sind.