Review

kurz angerissen*

„Open Windows“ ist ein zweifellos ambitionierter, jedoch heillos überfrachteter Hi-Tech-Thriller nach Maßvorgabe von Alfred Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“. Der verbissene Versuch, das nächste Level zu erreichen, macht sich einmal in einer höllisch schnellen Abfolge von Plottwists bemerkbar; das besondere Innovationsstreben legt sich aber in dem Umstand nieder, dass die gesamte Geschichte über Videofenster („Open Windows“) erzählt wird. Das führt zu kameratechnischen Herausforderungen auf multipler Ebene und lässt sich als hochinteressantes Experiment lesen, das in letzter Instanz jedoch immer scheitern muss; schließlich läuft das menschliche Auge immer andere Wege als die Kamera.

Blickwinkel, Perspektiven-Koordination und Umschaltung spielen für den spanischen Regisseur dennoch eine große Rolle. Vielleicht sogar die einzige, denn Elijah Wood verschwindet hinter den digitalen Fenstern regelrecht und übt schauspielerisch wenig Einfluss auf das Ergebnis aus.
Die Aussage über die Nutzung von medialen Technologien sollte deutlich sein. Der Transparenz der Bilder, die ein erschreckendes Szenario nicht vorhandener Privatsphäre simulieren, steht eine Ungreifbarkeit von Bildern entgegen, die es nicht erlauben, in die handfeste Realität einzudringen, sondern alles immer nur durch digitale Transfers zu erfahren, die von zahllosen Störquellen eingeschränkt werden; ein Umstand, der die Sichtung latent unangenehm wirken lässt.

„Open Windows“ funktioniert also ausschließlich über die demonstrative Ebene und verfällt so dem Trugschluss, dass man etwas am besten nahe bringt, indem man es auf einem Video vorspielt. Irrtum, auch wenn der Versuch aller Ehren wert ist.

*weitere Informationen: siehe Profil

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