Review

Nachdem er versucht hat, die Kellnerin Emily Winton zu ermorden, kommt der leicht derangierte Stephen Koenig in Sicherheits-Verwahrung und die Psychologin Dr. Sara Stein soll für die anstehende Gerichts-Verhandlung klären, ob er zurechnungsfähig oder einfach nur komplett irre ist. Während ihrer Sitzungen kommt heraus, dass Koenig sich für die Reinkarnation eines Mannes hält, der vor über hundert Jahren zu Unrecht für einen Mord gehängt wurde, den er nicht begangen hatte... und Ermily für die Wiedergeburt jener Frau, die ihn einst an den Galgen gebracht hat, weswegen er nun in diesem Leben dafür Rache nehmen wollte. Doch wie passen da noch einige weitere, ungeklärte Morde ins Bild, die der ermittelnde Detective Jack Cobel nur allzu gerne ebenfalls Koenig anhängen würde, die dieser aber nicht begangen haben kann? Nach weiteren Hypnose-Sessions kommt heraus, dass Koenig und Emily sich offenbar schon öfter in ihren vergangenen Leben über den Weg gelaufen sind, was jedes Mal tragisch geendet hat... Bereits die ersten paar Minuten dieses Möchtegern-Psycho-Thrillerchens, die einen da ohne vernünftige Einleitung oder Erklärung direkt mitten ins Geschehen werfen, sind mit ihren Zeitsprüngen so verwirrend geraten, dass Mary Higgins Clark einem ihre Story-Vorlage da entweder persönlich auseinanderklabüstern muss oder man als Zuschauer im Vorfeld kräftig vorgeglüht haben sollte, um da noch durchzublicken. Im Anschluss wird es dann auch nicht besser, wenn die Handlung rund um Reinkarnationen und Morde da zwar mächtig in Richtung von "Schatten der Vergangenheit" schielt, so ein kleiner TV-Fuzzi wie René Bonnière die Chose filmisch aber natürlich nicht annähernd so virtuos umsetzt wie ein Kenneth Branagh, sondern sich mit blasser Optik und ständigen Schwarz-Blenden formal dem Bodensatz billigster Fernseh-Produktionen annähert. Den wieder mal recht namhaften Darstellern muss das depperte Drehbuch da ebenfalls ziemlich auf die Nuss gegangen sein, denn die chargieren sich durch die Bank einen ab bei dem Versuch, halbwegs glaubhaft ihre Dialog-Sülze vorzutragen... eine Herkules-Aufgabe, die auch einen Robert De Niro in Bestform noch vor arge Probleme gestellt hätte. Bei der späteren "Desperate Housewife" Nicolette Sheridan und dem ehemaligen "Hitchhiker" Page Fletcher sieht es da dann natürlich erst recht zappenduster aus. Die allgegenwärtige Langeweile und schieres Desinteresse an den Geschehnissen auf dem Bildschirm schaukeln sich da über die Laufzeit gegenseitig hoch und kulminieren schließlich in einem sinnbefreiten Finale, das keinesfalls einen genregerechten Höhepunkt markiert und genauso schnell wieder abgewürgt wird, wie es begonnen hat. Kurzum, "Haben wir uns nicht schon mal gesehen?" ist übelster Fernsehfilm-Schrott, den man echt nicht gesehen haben muss...

2/10

Details
Ähnliche Filme