Weitere Kollaboration zwischen China und Hong Kong, in der die Einen die finanziellen Mittel und die Anderen die Talente vor und hinter der Kamera bereitstellen, wobei (Out of) Inferno in dem Fall nicht nur ein ungewohntes Werk für die Regisseure, sondern auch generell die Filmländer bedeutet. Gedreht und mitgeschrieben von den Brüdern Oxide & Danny Pang, die sich ihre Karriere mit Werken im Horrorgenre aufgebaut und da trotz mancherlei wenig beachteten Ausbrüchen auch fundamentiert und den Stempel von Genrefilmern behalten haben, wird mit dem als "Escape" Übersetzten sowohl das ungewohnte Milieu des Katastrophen- als auch das weitere Subgenre des Feuerwehrfilmes betreten; der Schwerpunkt eindeutig auf dem ersten Bereich, wenn auch der Bezug zum Zweiten die Prämisse der Figurenkonstellation ergibt. Ein Novum durchaus mit Erfolg der Idee, die den Bogen vom eigentlich wirklich vorhandenen anderen Exemplar Lifeline a.k.a. Fireline (1997) über den koreanischen The Tower (2012) bis hin zum aktuell verspäteten Konkurrenten As The Light Goes Out (2013), einem weiteren Actiondrama gleicher Gesinnung und Herkunft schlägt:
Bei der Eröffnung eines fund-raising Empfanges zugunsten seiner Sicherheitsfirma im Guangzhou International Trade Center wird der Gastgeber Mak Keung [ Louis Koo ], ein ehemaliger Feuerwehrmann, mitsamt seiner Geschäftspartnerin und Freundin Ping-ping [ Natalie Tong ] und den anderen Anwesenden von einem Feuer im Gebäude überrascht. Während ein Entkommen aus dem 40. Stockwerk unmöglich scheint, dringt von draußen die eilig herbeigerufene Bereitschaft unter Führung von Keungs älteren Bruder Mak Tai-kwan [ Lau Ching-wan ] in das Gebäude ein, um sich prompt nicht nur einem riesig aufgeladenen Brandherd, sondern auch einem heimlich gelagerten Chemiedepot mit verherrenden Auswirkungen gegenüber zu sehen. Neben der Rettung seines vor vier Jahren im Streit auseinander gegangenen Bruders und dem nun wieder aufgelebten Zwist, sowie zwei Juwelenräubern [ Marc Ma & Tian Zhenwei ] auf der Flucht, sieht sich der eigentlich seine Kündigung eingereichte Feuerwehrmann auch in einer ganz persönlichen Not. Seine im dritten Monat schwangere Frau Lam Si-lok [ Angelica Lee ] ist mitsamt dem Gynäkologen
[ Wang Xue-qi ] ebenfalls in dem bald in alle Einzelteile zerbröckelnden Hochhaus unterwegs.
Wie in den letzten Arbeiten der Regisseure, die sich mittlerweile auch mit Budget, mit Erfahrungen in Hollywood und vor allem auch der Tätigkeit und dem marktheischenden stereoskopischen Zusatz erprobt haben, liegt hier auch das Augenmerk auf dem Einsatz der Tricktechnik und der Effekte schlechthin. Wurden zuvor in The Child's Eye 3D (2010) und Sleepwalker in 3D (2011) die handelsüblichen Gruselmärchen und Schauergeschichten der erzählerisch weniger begabten Brüder zum Leben erst richtig erweckt bzw. zum Schinden von nichtvorhandenen Eindruck eingesetzt, steht hier erstmal auch der richtige Schauplatz in Sichtweise und die Geschichte, wenn auch einen Allgemeinplatz zum Besten gebend, so dennoch geeignet für den großen Bombast. Eine Katastrophe inmitten der Metropole, im Zentrum der Stadt, die von Außen von Rettungskräften, Angehörigen, Schaulustigen und so der ganzen Öffentlichkeit betrachtet und in Augenschein genommen wird, während im Inneren der Kampf um Leben und Tod und zusätzlich noch um die tief verborgenen eigenen Dämonen droht.
Dabei kommt der Geschichte die Rückführung auf die Traditionen des eher im Ausland, vor allem in den USA vielgetätigten Ablaufes an Dramatik und Dramaturgie auch zu gute, wird also im Grunde hollywoodesk und nicht etwa 'landestypisch asiatisch', sondern recht konventionell, mit dem gewohnten Schema und vielerlei Referenzen an das Blockbuster - Kino besonders der Siebziger erzählt. Da ist das kleine Mädchen in Gefahr, wird vorher und nachher auch mal Schindluder mit der Moral und der Ehre getrieben und rächt sich dies Verhalten irgendwann bestimmt, wachsen Einzelne angesichts der Notlage über sich hinaus, während Andere den Hasenfuss und möglichst rasches Fersengeld geben. Zusätzlich zu den Konflikten hier und da stehen im Zentrum der Streit der Brüder vor einigen Jahren und ihr unterschiedlicher Weg und die Trennung voneinander seitdem sowie umrandend eine beginnende Ehe und eine schon leicht kriselnde, trotz bestehender Schwangerschaft am Seitenrand der Aufführungspraxis gebräuchlicher Szenerie.
Positiv zum Tragen kommt dabei ein relativer knapper Vorlauf, der nicht ewig um den heißen Brei herumredet, sondern das eigentliche Arrangement angenehm zügig voranbringt; sowie die Aufbereitung nicht nur horizontal durch allerlei leinwandfüllende Explosionen und Geschreie und Gerenne vor der Feuersbrunst hinweg, sondern auch vertikal in die Höhen und Tiefen hinein. So werden in rascher Montage die Stockwerke gewechselt, erst hinab, dem scheinbaren Ausgang entgegen und bald angesichts der Flammenwand wieder hinauf und dann auch über den Außenbau selber. Klettertouren an Brüstungen, oder später im Fahrstuhlschacht, dazu die Kraxelei an einem waagerecht aufgestellten Baukran entlang bzw. die jeweilige Gefahr des Sturzes aus schwindeliger Höhe hinab. Viele Verschnaufpausen bietet der raubazige Vollzug jedenfalls nicht, was den etwas abgedroschenen Phrasen, leeren Beziehungen zueinander und bösen Blicken der Darsteller doch schon zugute kommt und gegen mehrerlei Getöse auf Bild- und Tonspur ausgetauscht wird.
Die Umsetzung der 18 Million USD Produktion, gespendet von den mit größeren Aufwand routinierten Universe Entertainment Limited & Bona Film Group, Ltd., setzt vermehrt auf einen schon nachvollziehbaren geographischen Überblick der Sachlage, in der zumeist erst die die Übersicht geboten wird und dann die Decken oder Böden einbrechen oder plötzlich die Seitenwände durch Druck gesprengt werden. Effekttechnisch braucht man sich nicht zu beklagen, es sei denn, dass die wortwörtliche Inszenierung des Brandes selber und seines Einflusses von Rauch und Nebel zuweilen etwas artifiziell, nicht greif- oder spürbar im tatsächlichen Sinne wirkt und durch die anderen realen Stunts und Einstürze wieder kompensiert werden muss.