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Housten wird durch den Fund sieben abgehackter Mädchenhände in Angst und Schrecken versetzt. Die Ermittlerin, die auf den Fall angesetzt wird, gespielt von Ally Walker, findet schnell eine Spur, die in eine Psychiatrie führt, in der ein verstörter Junge Kinderhände an seine Zellenwände malt. Nachdem sie die Kinderhände den Opfern zuordnen konnte, führt die Spur zu einem Arzt, dessen Tochter ihre Hände verlor.

Die Story ist ordentlich. Alle wesentlichen Elemente eines guten Thrillers sind vorhanden. Es gibt einige gute und unvorhersehbare Wendungen und ein paar ordentliche Ideen. Die Charaktere haben leider nicht sonderlich viel Tiefe und werden eher oberflächlich behandelt. Auch die Auflösung am Ende ist stimmig, wodurch die Story eine geeignete Vorlage für einen ordentlichen Thriller liefert. Die Dialoge sind ebenfalls ordentlich. Hier und da gibt es ganz offensichtlich ein paar Anleihen bei anderen Filmen, wie z.B. beim "Schweigen der Lämmer".

Der Film läuft relativ schnell an, da bereits in den ersten Szenen die ersten Hände gefunden werden. Der Mittelteil ist größtenteils düster und spannend, bietet also überaus gute Unterhaltung. Vor allem die Treffen der Ermittlerin mit dem verstörten Jungen sind sehr gespannt und die Beziehung, die sich zwischen den beiden entwickelt wird stellenweise sogar emotional. Das Finale ist dann zwar stimmig und sinnstiftend, ist dafür aber ein wenig stereotyp und vorhersehbar. Dadurch kann es leider nicht ganz die schockierende Wirkung erreichen, die es hätte erreichen können. Alles in allem liegt der Unterhaltungswert relativ hoch.

Die Umsetzung ist in Anbetracht des Budgets relativ gut gelungen. Regisseur Michael Cohn, der vor und nach dem Film kaum in Erscheinung treten konnte liefert ordentliche Arbeit. Die Filmmusik ist, wie man bei einem solch geringen Budget nicht anders erwarten kann, relativ ruhig und bleibt eher im Hintergrund, kann aber die wirklich spannenden Stellen einigermaßen hervorheben und die düstere Atmosphäre verstärken. Die Kulisse ist ebenfalls dunkel und gefällt mir sehr gut, allerdings ist die Psychiatrie beim "Schweigen der Lämmer" offensichtlich abgeguckt. Die Atmosphäre ist die ganze Zeit düster, bedrohlich und gespannt. Gerade deswegen kann der Film trotz seiner durchschnittlichen Story einen hohen Unterhaltungswert erzielen. Aufgrund der Atmosphäre kann der Film größtenteils auf blutige und sadistische Szenen verzichten, was ich persönlich gut finde.

Ally Walker, eigentlich keine sonderlich bekannte Schauspielerin, die mit diesem Film hier ihre einzige wirklich bekannte Hauptrolle abliefert, spielt ordentlich. Sie gliedert sich gut in den Film ein und kann durch eine verhältnismäßig glaubwürdige Spielweise die Spannung im Film steigern. Dennoch ist ihr der Durchbruch nie gelungen. Martin Sheen spielt wie immer solide. Dennoch ist dieses B-Movie ein weiterer Schritt nach unten auf seiner Karriereleiter von seiner legendären Hauptrolle in "Apokalypse now" bis hin zu zunehmend belangloseren B-Movies. Ron Perlman ist ebenfalls gut.

Fazit:
Der Thriller ist nach einem stereotypen Muster gestrickt und kann wirklich nichts Neues liefern, zumal er sich offensichtlich bei anderen Filmen bedient. Dennoch kann er sich eine solide und logische Story zusammenschustern. Da der Film eine düstere und gespannte Atmosphäre aufbauen kann und die Darsteller sich ordentlich ins Zeug legen, ist der Film überaus unterhaltsam und stellenweise spannend. Als ordentliche Unterhaltung für zwischenduch sicherlich empfehlenswert. Wer jedoch Splatter-Szene mit Blut und Gedärmen erwartet wird bitter enttäuscht werden.

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