"Zombieland" und "Doghouse" sind die bislang letzten Zombiekomödien, die ein breites Publikum überzeugen konnten, nicht nur, weil ein wenig mehr als ein Durchschnittsbudget zur Verfügung stand. Aber auch ohne hohe Produktionskosten lässt sich etwas auf die Beine stellen, vorausgesetzt, man hat ein Gespür für Situationskomik und treffsichere Pointen, was bei Regiedebütant Joe Zerull leider nur in Ansätzen erkennbar ist.
Weihnachten in Mount Peacemore: Trinker Tom sitzt bei Eddie an der Bar, als der Hausmeister der hiesigen Universität blutüberströmt hinzu stößt. Bei einer Sonderschicht in der Uni sei er von Untoten angegriffen worden, was die drei zusammen mit Sheriff Sam und einem Gefangenen zu ergründen versuchen...
Zumindest kann man Zerull ein Gefühl für skurrile Figuren attestieren, denn die fünf Überlebenskämpfer sind durchaus markant besetzt und warten mit einigen bizarren Verhaltensweisen auf. So kristallisiert sich der Hausmeister als kämpferischer Held heraus, der mit Wischmob und Pömpel gegen die Angreifer vorgeht und dabei nicht von ungefähr an Lionel aus "Braindead" erinnert, während der Gefangene perversen Lüsten nachgeht, der Sheriff eigentlich schon längst suspendiert wurde und der Trinker bei jeder Bewegung zusammenzuckt, wenn er nicht gerade zur Flasche greift. Eigentlich gute Voraussetzungen für ein lustiges Treiben mit Zombies.
Nur leider kommen jene kaum vor, die wenigen blutigen Attacken beschränken sich auf Durchbohrungen, Kopfschuss und Enthauptung und bei alledem bietet der fast einzige Schauplatz der leeren Uni alles andere als Abwechslung oder gar Atmosphäre.
Kleine Verneigungen vor Genreklassikern wie "Re-Animator" sind zwar durchaus willkommen und auch das auf alt getrimmte Bildmaterial mit Streifen und Faserrissen geht als kleine Hommage durch, doch anderweitig vermag der überwiegend flache Humor nur sehr selten zu punkten.
Der Running Gag um die Definition der Angreifer, ob es sich denn nun um Kadaver oder Zombies handelt, verkommt im Verlauf immer mehr zum Nervfaktor, eingeschobene Flashbacks erfüllen zwar den Zweck der Abwechslung, fördern jedoch selten eine Pointe zutage und auch der Showdown überrascht kaum, wobei die Abschlussszene immerhin noch gut platziert ist.
Ansonsten herrscht einfach zuviel Leerlauf, es wird eher geredet als gehandelt und lediglich den engagierten Laiendarstellern ist es zu verdanken, dass die Chose nicht völlig den Bach heruntergeht. Für eine Produktion ohne sichtliches Budget geht das Make-up zwar voll in Ordnung und auch die Gewalteffekte fallen okay aus, doch dem Gesamtwerk mangelt es an Biss, Esprit und spritzigen Einfällen.
Das Herzblut der Macher ist zwar erkennbar, doch mehr als ein paar zaghafte Schmunzler sind bei dem bemüht wirkenden Treiben insgesamt nicht drin.
4 von 10