Leise rieselt der Scharch
In dieser eher unansehnlichen, amerikanischen C-Produktion muss ein mutig-nerdiger Hausmeister zusammen mit einer Gruppe Überlebender gegen wiederauferstandene Leichen bestehen, denen ein verrückter Professor neues Leben und mächtig Hunger einverleibt hat. Und das alles auch noch an Heiligabend…
Night of the Living Bad
Es fällt mir schwer, an „A Cadaver Christmas“ lobenswerte Punkte zu finden. Einige der Typen, Charaktere oder Darsteller scheinen ganz nett zu sein, sodass man zumindest gerne ein Bierchen mit ihnen trinken würde. Dazu gibt’s ein, zwei ganz nette Goremomente, die aber eher zum Zombiestandard gehören. Die Laufzeit ist noch kurz. Aber ansonsten kann und will ich mir da nicht mehr aus den Fingern saugen. Weihnachtsstimmung kommt keine auf, die Jingle Bells und Sternschnuppen wirken aufgesetzt. Alles schwimmt (wenn überhaupt) sehr lahm im Zombiedurchschnitt mit, eigene Druck- und Ansatzpunkte findet man nicht. Man merkt den Amateurcharme - ohne dass es wirklich echter, positiver Charme ist. Man merkt einfach, dass es ein Billigfilm ist, an dem kein Haar über die vierte bis sechste Liga des Filmemachens hinausgeht. Punkt. Hart aber wahr. Es gibt nur wenige Locations und das sind dann braune Korridore oder leere Räume. Das Drehbuch versucht alles durchgängig mit bemühtem Witz und Augenzwinkern zu verdünnen - macht’s im Endeffekt aber noch unangenehmer, wenn nur ein Witz von zehn einigermaßen sitzt. Und selbst der ist dann wackelig, wenig originell und von besseren Zombiekomödien abgewandelt. Sodass man insgesamt von einer filmischen Totgeburt selbst für absolut hartgesottene Zombie-Allesgucker reden und eine Warnung aussprechen muss: beißt nicht, bellt nicht, prellt dich!
Fazit: selbst wenn man diesen Weihnachtsmonstermash mögen will… „A Cadaver Christmas“ macht es einem nicht leicht. In seinen besten Momenten ein Möchtegern-„Shaun of the Dead“ mit roter Mütze und rotem Lebenssaft. In seinen schlechtesten Momenten schmerzhaft unlustig und billig.