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Ein Erzähler. Aus dem Off. Ein Erzähler, so schwulstig daher schwafelnd, als gebe es etwas zu berichten. Und das in einem Film. In einem Film, dem anscheinend die Tonspur abhanden gekommen ist. Weshalb er im anschließend im Studio neu vertont werden musste. Vorzugsweise dann, wenn die Gesichter der Schauspieler nicht zu sehen sind. Keine Gesichter.

Der Film: Eine Trash-Gurke aus den Sechziger Jahren. Once noticed as "The Beast of Yucca Flats". Heute zum Glück längst vergessen. Ein Plot, der den Mühlen des Schwachsinns entfleucht ist: Joseph Javorsky, once noticed as a scientist und im echten Leben ein übergewichtiger Catcher, ist nun ein Monster, das tötet. Um des Tötens willen. Warum? Er ist durch ein Atomtestgelände gestiefelt. Durch ein Atomtestgelände, auf dem eine Atombombe getestet wird. Die Geißel der Menschheit. Javorsky, once noticed as a scientist, schnauft. Er muss über ein Wüstenplateau krauchen. Ein Plateau so heiß, dass er nach nur drei Minuten Laufzeit sein schwitziges Jacket entlüften muss. Lächerlich. Aber Javorsky, once noticed as a scientist, tötet. Um des Tötens willen...

Wer jetzt schon genug hat, der sollte sich "The Beast  of Yucca Flats" schenken. Denn der Erzähler, der diese Schmalspurgeschichte begleitet, sondert tatsächlich einen solch stakkatoartigen, verbalisierten Scheiß ab, dass es einem schwerfällt, die Contenance zu wahren. Theatralisch meldet er sich zu Wort, lässt pseudo-gellschaftskritische Parolen vom Stapel und redet den Kalten Krieg auf Betriebstemperatur, dabei sehen wir nur eine handvoll Knallchargen durch die Wüste irren. Und on top einen Tor Johnson, geschätzte 200 Kliogramm schwer, kurz vor dem Herzklabaster. Der es nicht mal schafft, mit Grundschülern Schritt zu halten und einen Stock als Gehhilfe benötigt. Aber wehe, er entlädt seinen Zorn. Seht zu, dass ihr vorher eure Kieselsteine aus dem Blumenbeet entfernt habt.

Gruselig ist an "The Beat of Yucca Flats" nur seine Inszenierung. Zusammenhanglos geschnittene Szenen, die den Streifen  unnötig in die Länge ziehen. Dabei läuft er gerademal 54 Minuten. Selbst die unzähligen Anschlussfehler können nicht für kurzweilige Unterhaltung sorgen. Da hätten wir eine Verfolgungsjagd, die anscheinend drei Tage lang andauert - soviele Tag- und Nachtwechsel sind in der gut fünfminütigen Sequenz auszumachen. Oder aber da wäre eine Eröffnungssequenz, in der eine Frau zu Tode gelangweilt, äh, gewürgt wird. Ein fieser Mordanschlag, der aber im Kontext des Films überhaupt keinen tieferen Sinn ergibt.

Die anderen, spärlich gesäten Mordopfer atmen im Übrigen fröhlich vor sich hin. Irgendwann beim Schneiden muss auch den Verantwortlichen dieser Fauxpas aufgefallen sein. Zeit, schnell einen weiteren Dialog einzusprechen. "She's breathing", meint Jim zu Joe (ja, die beiden Wüstenkommissare heißen tatsächlich so!), als sie eine entführte und erdrosselte Dame im Kiesbett finden. In einem Kiesbett (oh Gott, ich bekomme die Erzählerstimme nicht mehr aus dem Kopf), das nur über einen "1000 Fuß" hohen Aufstieg zu erreichen ist. Wie Tor Johnson diesen beschwerlichen Weg gemeistert hat? Die Antwort auf diese Frage bleibt uns glücklicherweise erspart.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte: Da wird die Dame für lebendig erklärt, nur um eine Szene später folgende Schlagzeile über den Ticker laufen zu lassen: "Beast kills man and woman". Dabei waren sie nur on "vacation time", wie uns die Trantüte von Erzähler glauben machen will. In einem Atomtestgebiet. Ja ne, is klar...

"The Beast of Yucca Flat" ist ein auf Zelloloid gebannter Krampf in der Machart eines Ed Wood, zumal einige Weggefährten von ihm diesen Schund mit verzapft haben. Nur während der originär Wood'sche Dilettantismus noch einen gewissen Charme versprühen kann, ist das Gesehene in "The Beast of Yucca Flat" schlichtweg ermüdend. Ermüdend. Wie ein Spaziergang durch die unbarmherzige, lebensfeindliche Wüste. Mit einem Tor Johnson, still noticed as a bad actor, im Huckepack. (2/10)

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