Review
von Leimbacher-Mario
Sternstunde eines Erzählers
Ein legendärer „so bad it could be good“-Film, den sich schon das Mystery Science Theater vorgenommen hat, der sich schon am „Best of the Worst“-Rad hing und der regelmäßig die Besten- bzw. hier eher Schlechtestenlisten ziert - „The Beast of Yucca Flats“ erzählt von einem durch eine Atomexplosion verstrahlten Hünen, der nun in der Wüste Nevadas nur noch einen Gedanken im Kopf hat: Morden!
„The Beast of Yucca Flats“ wäre ein Film für den sich glaube ich selbst Ed Wood damals geschämt hätte. Zwischen Schnarcher, Würger und „The Hills Have Eyes“-Urvater. Unheimlich simpel und dennoch chaotisch, unfassbar faul und fahl, billig und „drübererzählt“, einfältig und langatmig trotz unter einer Stunde (!) Laufzeit. All seine Frechheiten und Unqualitäten ließen mich teilweise sogar daran zweifeln, ob man diesen Schund überhaupt als (Lang-)Film gelten lassen kann. Ohne Frage zurecht nicht selten in einem Atemzug mit „Manos“ oder „Daniel der Zauberer“ genannt. Ein Genrefilm, der einem die Lust am Genrefilm nimmt. Ohne Talent, ohne Lust, ohne Esprit. Da dachten damals im Autokino sicher nicht wenige daran eine tödliche Pipeline vom Auspuff bis ins Cockpit zu legen. Dass Regisseur Coleman Francis danach sogar noch zwei weitere „Werke“ drehen durfte ist sagenhaft, unerklärlich und mehr als mutig. Vor allem von der gesamten Menschheit dies zuzulassen. Der exzessive und meist völlig zusammenhanglose Gebrauch des Voice Overs bürgt hier und da mal ein Lachen. Die einfachste Message gegen Atomkraft ist im Grunde auch lobenswert. Aber das war's dann schon. Als Film oder gar Spannungsschraube taugt das leider zu keiner Sekunde. Ein wirklich sprachlos machendes „Erlebnis“. Nur für Fans der Selbstgeissel und Kasteiung.
Fazit: nahezu ohne abfedernde Qualitäten oder Kuriositäten einer der schlechtesten und langweiligsten Filme aller Zeiten. C-Movie mit Steinzeittalent. Autokino des Gähnen. Wie lang doch 54 Minuten sein können…