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Ende der 70er Jahre, "da draußen" herrscht der kalte Krieg, die Atomkraft wird als Problem wahrgenommen, die Beatles gibts schon nicht mehr - na kein Wunder, daß man sich damals freute in eine Kinowelt wechseln zu können und die alltäglichen Sorgen für eine Filmlänge vergessen zu können. Einfach strukturierte biedere Handlungsabläufe mit mangelndem Tiefgang bestimmten die Filmwelt, da macht dieser James Bond keine Ausnahme.

"Moonraker" ist einer der Filme, bei dem Du gleich weißt: Der James macht das. Roger Moore ist cool und lässig, und egal was passiert, er gewinnt immer. Und außerdem ist "Moonraker" einer der Filme, bei dem Du auf Anhieb erkennst wer der Bösewicht ist. Aber nicht nur James und seine Bösewichte bestimmen das Bild, hier haben die Herren Broccoli ordentlich Mädels engagiert. Ein Augenschmaus, was da so fleucht und kreucht. Alles arme Mädels, kein Geld um sich was zum Anziehen zu kaufen.

Beisser darf auch wieder ran, überhaupt werden viele altbekannte Elemente aus der Versenkung geangelt. Zahlreiche Anleihen an vergangene Bonds bestimmen das Bild, leider zu Lasten der Action, an der es mangelt - nicht nur quantitativ, sondern vorallem qualitativ. Das Presequel entschädigt leider kaum für wenig Dramatik im folgenden Film. Dafür darf Roger Moore in gewohnter Weise seinen Bond-Humor ausleben und verfeinern. "Moonraker" ist eine Art Retortenbaby und wirkt leider leblos und zu sehr konstruiert. Liegt einfach daran, daß der Film so gar nicht geplant war und recht kurzfristig gedreht wurde, weil er halt "grad so in die Zeit" paßte - naja, wohl eher zu Star Wars, war ja damals auch aktuell. Wer auf Weltraumaction steht, sollte den Bond links liegen lassen und gleich zum Ideengeber greifen.

Vorhersehbar entwickelt sich der Plot, klar, das Bondgirl ist halt wieder eine Mitarbeiterin des Schurken, verfällt aber (natürlich) dem unwiderstehlichen Bond-Charme und wechselt auf die "gute" Seite und hilft dem James die Welt zu retten, indem die beiden Drax zur Strecke bringen.

Plot und Action gibt Punktabzug (selbst Q's Bastelstunde ist diesmal ziemlich lahm); Moore, Wortwitz und Komik bringen Pluspunkte. Summasummarum ordentliches Mittelmaß.

(5/10)

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