Review

Also hier war Bond dann wohl endgültig in der (damaligen) Gegenwart angekommen. Nachdem "Star Wars" und Konsorten richtig Kasse gemacht hatten war es wohl bloß eine Frage der Zeit bis uns Agent 007 ins All entführen sollte...

Eigentlich hat "Moonraker" so ziemlich alles was einen typischen Bond--Film so auszeichnet. Übertriebene Action, bis dato meistens miserabel (auf Grund der damaligen technischen Möglichkeiten) inszeniert. Einen Bond-Darsteller mit einem recht witzigen Oneliner auf den Lippen, Action satt und jede Menge willige und vor allem attraktive Bond-Girls, die nichts besseres zu tun haben als mit dem ollen James in die Kiste zu steigen.
So auch hier in den ersten ungefähr 2/3 Dritteln des Filmes, die für Bond-Verhältnisse auch recht solide inszeniert wurden, aber allerspätestens ab dem Trip ins All nur noch bescheuert wirken.

007 kommt in dieser Episode einem Schurken auf die Spur, der im All seine eigene Rasse zeugen will und deshalb das Leben auf Mutter Erde auslöschen will. Weshalb und warum bleibt zwar dessen Geheimnis, aber was solls, die Broccolis (Rechteinhaber an der Bond-Marke) haben die Sache abgenickt und deswegen wird wohl alles OK sein.

Was bietet also dieses neue Bond-Abenteuer ausser dem bekannten? Natürlich nichts, außer der Weltraum-Komponente und dem in diesem Film erstmals wieder auftauchenden Finsterling "Beißer/Jaws" aus "Der Spion der mich liebte".

Grundsätzlich ist im Falle der Bond-Reihe auch nichts negatives dran, die alten Muster bis zum Limit auszureizen, funktionieren sie doch recht gut. Aber hier wurde dem Zeitgeist doch etwas zuviel nachgegeben. Neben den durch die Blue-Screen-Effekte total verhunzten Gondel-Effekten fallen die massiven Logiklöcher speziell gegen Ende des Films doch sehr auf. Wie kann es beispielsweise sein, daß eine durchschnittliche NASA-Forscherin, die nebenbei auch noch CIA-Agentin
ist einfach so plötzlich ein Space Shuttle fliegen kann?
Egal, irgendwie haben die Zuschauer den Wurm wohl geschluckt und die Kasseneinnahmen dieser Episode waren wohl gut genug um zum nächsten Teil überzugehen. Business As Usaul sozusagen.

Fazit: Natürlich sind meine Bond-Highlights die Streifen "Dr. No", "From Russia With Love" und "Goldfinger". Aber dieses Zugeständnis an den Zeitgeist hätte ich den Bond-Machern doch nicht zugetraut!

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