Ja, was haben wir denn hier?
Einen französischen Gegenspieler, der Nazi-Übermenschen im Weltall züchten will, die Menschheit auf der Erde vernichten, also einen globalen Holocaust auslösen will, und dann die Welt nach seiner Vision neu erschaffen möchte.
Hier können die Deutschen mal glücklich sein, dass der Bösewicht kein Deutscher war, denn das hätte dieser mittlerweile äußerst ideologielosen Merchandising-Reihe einen äußerst schalen Beigeschmack gegeben.
Aber unabhängig davon, dass der Michel Lonsdale möglicherweise ein guter Schauspieler sein soll, zumindest wird er vielerorts als solcher angesehen, selten war ein Bösewicht mit so viel Potential zum schmierigen Glänzen so vergeudet worden. Alles was ein Louis de Funes aus so einer Rolle beispielsweise hätte rausholen können, ja sogar ein Donald Pleasance als Blofeld wird hier willkürlich verschenkt.
Da helfen auch die lächerlichen Handlungswendungen und Action-Einlagen a la Stwar Wars nicht im Geringsten.
Dies ist der mit Abstand bis dato Lächerlichste und Dümmlichste Bond aller Zeiten (aber keine Sorge, ein Brosnan Bond wird diesen noch toppen).
Ist dies als Bond Film also eine Niete?
Natürlich nicht vollends. Und warum?
Erstens einmal nimmt Moore seine Rolle zu keinem zeitpunkt ernst, er kalauert sich durch den Film, macht gute Miene zum bösen Spiel und rettet diesen halbwegs ernst inszenierten Film mit seiner bloßen präsenz.
Zweitens haben wir natürlich noch den guten alten Beisser, der Bond wieder einmal immer wieder überlegen ist, und am Ende sogar davon kommt.
Und drittens wird der ganze Schrott hier derart routiniert runter gespult, dass man letzten Endes nicht genau weiß, ob man hier verarscht wurde, oder ob sich die Macher selbst nicht sicher waren, was sie hier überhaupt machten. Denn so amüsant war ein Bond selten. Aber so lächerlich auch!!
4 Punkte