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Im Abspann des Vorgängers "Der Spion, der mich liebte" hieß es: "James Bond will return in: For your eyes only". Allerdings wurde nach dem Erfolg von Star Wars dieser Plan verschoben und man brachte den mit Science-Fiction-Anleihen versetzten "Moonraker" in die Kinos.
Mit der Romanvorlage hat die Geschichte hier allerdings nicht mehr allzu viel gemeinsam, dazu hat man sie zu sehr auf modern getrimmt, um im Fahrwasser von George Lucas' Überraschungserfolg noch was mitzunehmen. Und so präsentiert sich dieser Bond als ein sich aus seiner eigenen Vergangenheit bedienendes und recycelndes Stückwerk. Der Plan des hitleresken Superschurken Hugo Drax erinnert an den direkten Vorgängerfilm, andere Elemente scheinen vom früheren Connery-Bond "Feuerball" inspiriert. Und überhaupt reiht Regisseur Gilbert hier fast eine Krawallszene an die Nächste, was letztendlich in einer recht spannungsarmen Kiste mündet, die aber zuweilen aufgrund ihrer Inszenierung richtig Spaß macht.

Positiv zu erwähnen sind hier (wieder einmal) die Drehorte. Von Kalifornien über Venedig, Rio de Janeiro und den Urwald Brasiliens bis rauf in den Weltraum geht die Reise. Dabei macht die motorisierte Gondel in Italiens Lagunenstadt genauso was her wie der Kampf auf den Seilbahnen vor der Kulisse Rios. Und wie im Vorgänger darf Beißer hier wieder ein ums andere Mal versuchen, den Held aus dem Weg zu räumen. Dabei wirkt er hier nicht mehr so bedrohlich wie früher, teilweise fast schon putzig und findet sogar ein passendes Gegenstück. Eine nette Idee, wie ich finde.
Denn "Moonraker" kann man nicht ernst nehmen. Der Film ist durchsetzt von Szenen, die zwischen Dialogwitz, dem üblichen Sexismus und Klamauk rotieren, wobei Letzteres zu viel des Guten ist. Dadurch wird eine ordentliche Spannungskurve verhindert und letztendlich liegt es an Moores charmanter Art (bei seinem freundlichen Lächeln gegenüber Beißer könnte ich mich glatt wegschmeißen), dass der Film, der in der Fangemeinde einen schweren Stand hat, nicht noch weiter absäuft.

Shirley Bassey darf hier zum dritten Mal das Titellied trällern (nach "Goldfinger" und "Diamonds are forever") mit einem brauchbaren, wenn auch seichtem Ergebnis. Lois Chiles hinterlässt als Dr. Goodhead keinen bleibenden Eindruck und Bernard Lee ist hier das letzte Mal in der Rolle als Bonds Chef M zu sehen.
Alles in allem solide Kost, aber zu einem Highlight reicht es nicht.

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