Mit "Moonraker" wird die Einfallslosgkeit innerhalb der Produktionsseite erstmals unübersehbar, handelt es sich doch mehr oder weniger um ein Remake des direkten Vorgängers. Allerdings war "Der Spion der mich liebte" auch ein Oberhit. Gilt dies nun auch für "Moonraker"?
Die größten Parallelen zwischen beiden Abenteuern finden sich in der Zielsetzung des Bösewichts: Ausrottung der Menschheit, wobei ein erlesener Teil das Fortbestehen der menschlichen Rasse sichern soll. Hier soll dies halt im Weltall geschehen, nicht unter Wasser. Neben der sehr absurden, aber ja zum Franchise passenden, Plotline erweisen sich aber die gezwungenen Zugeständnisse an das Kino der späten 70er als wahrlich lachhaft.
James Bond steckt in einer Krise und zwar nicht wegen irgendwelcher Bösewichte, die ihm das Leben schwer machen, sondern wegen spektakulärer Blockbuster, die das Publikum mehr erwarten lassen, als man bisher bieten konnte. Die Überdrehtheit, Exotik und Action bei Bond ist seit jeher einzigartig gewesen, zeichnete sich aber ebenso durch eine gewisse Bodenständigkeit aus. Wenn aber "Star Wars" den Zuschauer in weit, weit entfernte Galaxien entführt und nie da gewesenene Raumschiffkämpfe im All zeigt, fühlt sich der bisherige Spitzenreiter des Blockbusters zu recht bedroht. Offenkundig ist es das Ziel von "Moonraker" gewesen, in Konkurrenz zur Sci-Fi-Welle zu treten, um sich ja nicht einfach so geschlagen zu geben.
Die Effekte sind dabei gar nicht mal so schlecht, wenngleich der Showdown im All gegenüber dem weitbekannten Sternenkrieg eindeutig den Kürzeren zieht. Da ja die Story aus genannten Gründen wenig Anlass zur Spannung bietet und selbst Figuren wie "Beißer" auf Verlangen des Publikums wieder besetzt werden, dann wird deutlich, dass man beginnt, dem Erfolg angestrengt hinterherzurennen. Dies sollte sich in weiteren Teilen mehr und mehr verstärken.
Jedoch entwickelte sich auch ein schon von Beginn der Serie ein Hang, allzu große Neuerungen zu vermeiden, serientypische Eigenarten zu entwickeln und fest zu verankern und somit den Zuschauer den eigentlich immer gleichen Film sehen wollen zu lassen. Und das hat funktioniert und sichert dem Agenten bis heute das Auskommen. Wesentliche Kritikpunkte besziehen sich bei den aktuellen Bonds auf das Weglassen der einführenden Gunbarrel-Sequenz. Das muss doch immer so sein! Oder auf das Wegfallen von Weltherrschaftsansprüchen des Bösewichts zugunsten realistischerer, moderner Zielsetzungen. Was will Quantum denn eigentlich?
So muss im Endeffekt jeder für sich entscheiden, wie er die fehlende Kreativität der Serie für sich bewertet. Ich kann mich mit einem festen, sich stetig wiederholenden Raster anfreunden und mich auf die Dinge konzentrieren, die den Film darüber hinaus prägen. Actioneinlagen, Bildinhalte, Stilbildung, Humor etc.
In diesen Disziplinen erweist sich "Moonraker" als absoluter Durchschnitt im Bonduniversum. Weder ein charismatischer Bösewicht, noch bestimmte Actioneinlagen bleiben so wirklich im Gedächtnis hängen. Alles läuft auf das Finale im Weltall zu, das, wie bereits erwähnt, zwar gut inszeniert ist, jedoch relativ unspektakulär vor sich in läuft.
Fazit:
"Moonraker" erweist sich als ein Bondfilm, der sich gar nicht bemüht, über das gewohnte Maß hinauszugehen, weil er sich zu sehr auf seinen Showdown als Berechtigung für Eintrittspreise verlässt. Da dieser nun solide aber alles anderere als wegweisend daherkommt, gilt dies somit auch für den gesamten Bond Nr. 11. Ab hier beginnt eine lange Phase der Einfallslosigkeit, die bis zum Darstellerwechsel anhalten sollte und den immergleichen Film lediglich durch wechselnd interessante Schauwerte variiert.