Der superreiche Großindustrielle Hugo Drax (Michael Lonsdale) stielt ein Spaceshuttle. Er will im Weltall eine neue Superrasse heranziehen und das Leben auf der Erde mit Giftgas auslöschen. Geheimagent James Bond (Roger Moore) hat da was dagegen...
Bond, die Elfte (Roger Moore 4/7). Nach dem fulminanten DER SPION, DER MICH LIEBTE konnte es eigentlich nur schlechter werden. Und wohin flüchten sich Filmreihen, wenn ihnen die Ideen ausgehen? Genau: in den Weltraum. So gibt es Weltraum-Abenteuer von Jason Voorhees, von Hellraiser, bald hoffentlich auch von Machete... Die Bond-Reihe verkam immer mehr zur Farce. Gemeint sind nicht die humoristische Seitenhiebe, sondern das Gefühl von Lächerlichkeit. Bestes Beispiel: James Bond. Der abgewichste Agent kommt hier mitunter richtig unsympathisch rüber. Er bringt furchtbar schlechte, arrogante und abschätzige Sprüche gegenüber Frauen in Führungspositionen. Der galante Erpel verkommt zum Chauvinist. Des Weiteren kämpft Bond gegen eine überdimensionale Königspython, obwohl die doch vom Aussterben bedroht sind.
Auch nicht sonderlich charmant und eindrucksvoll: Bösewicht Hugo Drax (Michael Lonsdale, IM NAMEN DER ROSE). Mulimilliardär Drax hat sich ein Prunkschloss aus Frankreich Stein für Stein importieren lassen. Der Eifelturm gehört ihm auch, aber Frankreich verweigert die Ausfuhr. Drax geht auf die Jagd mit Gamsbart am Sepplhut und hat heimlich, ohne dass es die NASA oder irgendwer mitbekommt, im All seine eigene Arche Noah erbaut. Eigentlich schon ziemlich ehrbar und altruistisch.
Ein bisschen Action gibt's auch. Bond in der Zentrifuge. Eine wilde Motorboot-Verfolgungsjagd in Venedig. Das Beste an MOONRAKER sind aber die Auftritte von dem unverwundbaren Frankenstein-Double Beißer (Richard Kiel), der uns bereits in DER SPION, DER MICH LIEBTE über den Weg gelaufen ist. Seine Rolle ist dieses Mal sehr humorvoll angelegt: Beißer tanzt, Beißer stoppt die Seilbahn in Rio, Beißer verliebt sich in eine blonde Tittenmaus mit Zöpfen. Er und das finale Weltraumbattle mit Lasern retten den Streifen vor der Belanglosigkeit.
Bösewichte: Drax, Beißer
Bond-Girl: Holly Goodhead (Lois Chiles), Corinne Dufour (Corinne Cléry)
Weiber flachgelegt: 3
Auto: keines
Gadget: Handgelenkpfeilgeschoss, giftiger Kugelschreiber
Schauplätze: Frankreich, Venedig, Rio
Intro: Frauensilhouetten, Rauch
Body Count: 81
"Auf uns! Alles Gute!" (Beißer, seine einzigen gesprochenen Worte in der Filmreihe)
Fazit:
Weltraum-Bond. Arg durchwachsen.