Mit Halloween und dem 13ten Freitag waren ja schon zwei wichtige Feiertage weg, aber „My Bloody Valentine“ nahm sich stattdessen einen weniger gruseligen Festtag vor.
Mörderspielplatz ist hier eine kleine Bergarbeiterstadt in den 80ern. Ist mal was anderes als die üblichen Highschools und Colleges, sodass das zu metzelnde Jungvolk hier aus jungen Minern mit grauenhaften 80er Jahre Klamotten, 80er Jahre Frisuren und 80er Jahre Popelbremsen nebst Freundinnen besteht. Als Abwechslung ganz OK, auch wenn die Charaktere ähnlich stereotyp wie die Metzelmasse in den meisten Slashers dieser Periode daherkommt.
In Valentine's Bluff, dem idyllischen Städchen, herrscht akutes Valentinstagsverbot, da hier vor 20 Jahren ein Unglück geschah, weil Aufseher lieber zum Tanz gingen als auf die Bergleute aufzupassen. Der einzige Überlebende schnetzelte die beiden aus Rache dahin und wanderte in die Geschlossene. Natürlich kommt es, wie es in jedem Film dieser Art kommen muss: Man denkt dran wieder zu feiern, da die Ereignisse inzwischen verjährt sein müssten.
Unkluge Idee, denn darauf reagiert ein Psychopath und schickt dem Bürgermeister als Warnung eine Pralinenschachtel mit einem herausgeschnittenen Menschenherzen. Doch wird diese Warnung ausreichen?
Die Antwort ist natürlich nein, denn sonst würde man hier ja keinen Slasher geliefert bekommen, zumal „My Bloody Valentine“ komplett nach Schema F abläuft. Fast exakt Halbzeitmarke zur Halbzeitmarke versammelt sich die Horde von Klischeecharakteren zu einer Party, auf der natürlich der Psychopath rumspukt und nach und nach die Horde dezimiert. Die Party ist natürlich inoffiziell, da die Stadtväter die offiziellen Feiern nach den ersten Morden absagen, aber das kennt man Unmengen anderen Slashern. Ebenso ahnt man auch die scheinbar ganz töfte Überraschung kurz vor Schluss, denn auch diese letzte Enthüllung folgt strikt den Genreregeln. Vom 08/15-Mördermotiv mal ganz zu schweigen.
Dank der kurzen Laufzeit hat „My Bloody Valentine“ allerdings nicht so viele Hänger; meist dann, wenn die Klischeecharaktere zu lang am Stück die Fresse aufreißen dürfen. Das übliche Gesabbel um Beziehungen und Eifersucht ist so ausgelutscht, dass man schon nach drei Sätzen angeödet ist und Leben gewinnt kaum ein Charakter. Der einzige mit etwas Profil ist leicht dickliche, streitschlichtende Kumpeltyp unter den Minenarbeitern, aber das hilft dem Film dann auch nicht.
Aber immerhin bietet „My Bloody Valentine“ halbwegs solide Mordszenen, die den Film dann noch ins Mittelmaß hieven. Gemetzel wird mit allerlei Bergarbeitergerät, allen voran die Spitzhacke, und wenn davon nichts da ist, dann muss es halt ein Topf mit heißen Würstchen tun. Die Inszenierung der Morde ist recht spannend, die Anzahl der Schockeffekte könnte etwas höher sein. Auch die Bergarbeiterverkleidung des Mörders und der Minenschauplatz heben den Film etwas aus dem üblichen Einerlei heraus. Schön wäre sicherlich auch eine Unrated Fassung, denn in der R-Rated wirkt „My Bloody Valentine“ etwas unfertig.
Darstellerisch ist hier leider das übliche, recht dilettantische Niveau eines 80er Jahre Slasher angesagt: Wenig überzeugende Schauspieler in Klischeerollen, deren Leistungen man zu Recht fast sofort vergessen hat, sobald der Abspann rollt.
Letzten Endes ist „My Bloody Valentine“ ein Mittelklasseslasher, der in erster Linie durch das etwas andere Szenario gewinnt, aber vom Plot her nur Stereotypen bietet. Wenig aufregend, zumal bisher keine Unrated Fassung veröffentlicht wurde.