Review

20 Jahre lang durfte niemand in einem kleinen verschlafenen Nest Valentinstag feiern, weil einst ein irrer Killer in Bergbaukluft ausgerechnet am Fest der Liebe (ich mein den Valentinstag, nicht Weihnachten…) ein Blutbad angerichtet hatte.
20 Jahre sind seit dem Massaker ins Land gegangen und einigen Jugendlichen läuft schon die Pumpe heiß, so dass sie allen Verboten zum Trotze eine Party veranstalten und anschließend noch zum Fummeln in eine alte Kohlegrube hinabwandern. Doch der Killer schlägt wieder zu…

Ein reinrassiger Slasher der alten Schule - Mensch Meier, so was wird heutzutage gar nicht mehr hergestellt...
Tjaja, im Zuge der großen Horrorwelle, die "Halloween" und "Freitag, der13." ausgelöst hatten, wurden in den 80ern fleißig Serienkiller-Filme runtergekurbelt. Die Schauspieler waren freilich keine Marlon Brandos und die Drehbücher konnten auch kaum dicker als das YPS-Heft gewesen sein. Aber derartige Filme wollen auch keinen Oscar gewinnen. Die sind nur dafür da, dass man sie sich mit 'nem süßen Mädel an der Seite anguckt, und die sich dann ängstlich an einen drückt.

MY BLOODY VALENTINE geht Punkt für Punkt das Handbuch für seichtes Slasher-Vergnügen durch und hakt alle Fettnäpfchen ab, in die uns "Scream" anhält, nicht zu treten (z.B. alleine den dunklen Korridor erkunden, am besten noch mit den Worten "Bin gleich wieder da!"...).
Storymäßig wird man hier gut bei der Stange gehalten. Spannungseinbrüche treten kaum auf und die Identität des Mörders - ein Bergbau-Kumpel mit Schutzhelm, Gasmaske und Pickel, der am liebsten echte Herzen zum Valentinstag verschenkt - wird erst im Finale gelüftet. Ob die Auflösung dann Sinn ergibt, ist zwar wieder ein anderes Thema, aber egal...
BLUTIGER VALENTINSTAG sammelt aber vor allem mit seiner kohlrabenschwarzen, von Grund auf ernsten Atmosphäre Pluspunkte. Platz für unfreiwilligen Humor ist hier kaum.
Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass dieser kleine Killerstreifen von der Story und seinem Kultstatus her gar dem ersten Teil der "Freitag, der 13."-Reihe - der Übermutter des Slasher-Genres - das Wasser reichen kann.

Lückenlos spannend, dichte Atmosphäre... - na, dann passt hier ja eigentlich alles, oder?
Ne, nicht ganz. Ganz, ganz dicker Wermutstropfen nämlich: diese verstümmelte R-Rated-Fassung!
Versteht mich nicht falsch, der Streifen ist immer noch gut blutig, aber die R-Rated ist in den Morden eben nicht komplett und das merkt man. Verdammt ärgerlich, da die Kills echt Potential zu mehr gehabt hätten...
ICH WILL DIESE X-RATED-FASSUNG! ARGHH!!!
Tja, leider gibt's aber bis dato keine längere Fassung als die R-Rated, weshalb sich jeder Bluthund mit dieser kastrierten Schlachtplatte begnügen muss.
Wer genaueres wissen will, möge einfach einen Blick in die oben aufgeführten Infos zum "Schnittelend" werfen. Da wird das Ausmaß der Tragödie ansatzweise erkennbar.

Fazit daher:
Saugeiler, pechschwarzer Oldschool-Slasher, den's aber leider nur in verstümmelter Form zu bewundern gibt. Echt ärgerlich...

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