Die Kritik beruht auf der DVD-Fassung vom Label Paramount mit einer Laufzeit von 87 Minuten. Zur Zeit ist ein namentlich nicht bekanntes Bootleg mit einer 89-minütigen Version in Umlauf, die auf der US-Unrated-Fassung basiert!
Vor zwei Jahrzehnten wurden in der Kleinstadt Valentine Bluffs fünf Bergwerksleute durch eine Methangasexplosion in den Stollen verschüttet. Die zwei wachhabenden Kollegen hatten ihre Posten verlassen um den Valentinstagsball zu besuchen. Nach sechswöchigen Grabungen wurde ein Mann lebendig gefunden, der sich von den Leichen der anderen ernährt hatte und wahnsinnig geworden war. Sein Name war Harry Warden. Er wurde in die staatliche Nervenheilanstalt eingeliefert. Genau ein Jahr später kam er zurück, ermordete die beiden damals säumigen Aufseher und packte ihre Herzen in Geschenkschachteln mit der Warnung nie wieder eine Valentinstagsfeier abzuhalten. Nach 20 Jahren wird erstmals wieder ein solches Fest vorbereitet. Zwei Frauen werden von einem Maskierten mit einer Spitzhacke ermordet, und weitere Menschen werden sterben, falls das Tanzfest stattfinden sollte. Einige Bewohner halten sich nicht an die Anweisungen des Sheriffs und fallen nach und nach der Spitzhacke des unheimlichen Killers zum Opfer...
Nach John Carpenters "Halloween - Die Nacht des Grauens" und "Freitag, der 13." gehörte der 1981 entstandene "Blutiger Valentinstag" noch zur ersten Welle der damals die Kinos überschwemmenden Slasher-Movies.
George Mihalkas Horrorthriller hält sich zwar streng an die Regeln des Genre, auch wenn es hier keine Teenager sind, die Opfer des Killers werden, der stets in kompletter Grubenausrüstung mit Helm, Gasmaske und Spitzhacke auftaucht, die im Laufe des Films mehrfach zum Einsatz kommt.
Auch wenn die Opfer "reiferen" Alters sind, so sind ihre Handlungen im Angesicht der Gefahr ebenso wenig nachvollziehbar wie die triebgesteuerter Schüler und auch hier liegt das Hauptaugenmerk der Protagonisten auf Sex und Alkohol - womit das stereotypische Rollenklischee schnell abgehakt wäre.
Was bleibt ist ein durchaus spannender Schocker, der vor allem durch seine unverbrauchte Location überrascht und in den tiefen, dunklen Bergwerksstollen für die nötige unheimliche Atmosphäre und einige dramatische Jagden zwischen Killer und Opfer sorgt.
Der Killer metzelt sich durch die Story und beschert dem Zuschauer hohe Opferzahlen und erweist sich bei seinem Werk als sehr einfallsreich. Nicht nur die Spitzhacke wird mehrmals in die Körper seiner Opfer gestoßen, sondern kochendheißes Wasser sorgt für üble Verbrennungen, ein Bolzenschußgerät für tödliche Wunden und wenn keine Waffe zur Hand ist, wird das Opfer kurzerhand an einem Haken aufgespießt oder in einer Waschmaschine zu Tode geschleudert.
Regisseur Mihalka sorgt so für eine Menge blutige Schockmomente und jede Menge Abwechslung über und unter Tage, wobei die blutigen Details schnell geschnitten und effektiv zur Geltung kommen.
Die schauspielerischen Leistungen können weniger überzeugen, die stehen aber auch nicht im Vordergrund. Spannung und Dramatik halten sich die Waage und das ist bei einem Film dieses Genre die Hauptsache.
Die Auflösung der Identität des Killers ist zwar vorhersehbar, doch ist das Motiv für den Amoklauf nicht so offensichtlich, wie es anfangs den Anschein hat, sondern ist in der Vergangenheit zu suchen, die kurz nach Beginn des Films in einer kurzen Rückblende erläutert wird.
"Blutiger Valentinstag" hat nach fast 30 Jahren nichts von seinem Charme verloren und ist ein herrlich altmodischer Horrorschocker mit hohem Spannungsfaktor und Unterhaltungspotential.
7 von 10 Spitzhacken!