Review

Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen UNRATED-Fassung eines namentlich nicht genannten Bootlegs!


2009 schrieb ich schon einmal eine Kritik zu diesem Film, damals basierend auf der gekürzten Fassung!

"Blutiger Valentinstag" - eine weitere Perle aus dem Fundus mitternächtlicher Abendunterhaltung des privaten Fernsehsenders Pro Sieben. Das waren noch Zeiten, als die Privatsender zu ihren Anfangszeiten mit solchen Klassikern auf Zuschauerfang gingen. Heutzutage sind solche Produktionen allenfalls nur noch beim Nostalgiesender Kabel 1 zu bewundern, der ebenfalls zur Pro Sieben-SAT.1-Mediagruppe gehört. Im TV um die härtesten Szenen erleichtert, schaffte es dann die ebenfalls gekürzte DVD-Veröffentlichung aus dem Hause Paramount sogar auf den Index.

Mittlerweile existiert ein um diese geschnittenen Szenen erweitertes Bootleg, das die weltweit längste Fassung enthält - basierend auf der US-UNRATED-Version - und somit aufgrund seiner geringen Auflage und großen Nachfrage zu einem begehrten Sammlerstück geworden ist.

Ist der Prolog dieses genretypischen Slashers noch relativ atmosphärisch und stimmungsvoll gelungen, verpufft der Rest des Films schnell zu einer nicht mehr als durchschnittlichen Metzelorgie, dessen Splatterszenen zwar das Salz in der Suppe sind, den faden Eintopf aber trotzdem nicht besser machen. 
Die Effekte und Tötungsszenen, die damals deutschen Zensoren - ähm Jugendschützern - ein Dorn im Auge waren, sind auf 80er-Jahre-Niveau: Hand made mit ordentlich Latex und jeder Menge Filmblut, aber auch nicht so extrem oder explizit, dass Kürzungen unbedingt vonnöten gewesen wären um die Jugend nicht zu gefährden.

Der Killer in seinem unheimlichen Grubenanzug geht schnell, wirkungsvoll und vielseitig ans Schlachtwerk, doch sind die Spannungsmomente nicht dramatisch genug in Szene gesetzt um den Zuschauer ordentlich zu fesseln. In diesen Momenten fehlt es "Blutiger Valentinstag" vor allem an einem markanten Soundtrack und einer unheimlichen Geräuschkulisse, um das Maximum an Nervenkitzel zu erreichen und so verkommt die gespenstische Kulisse des alten Bergwerks zu einem Nebenschauplatz, dessen klaustrophobische Atmosphäre sich kaum entfalten kann.
Stattdessen gibt es Klischee-Charaktere und Handlungsstränge nach bewährtem Muster: etwas altbackener Jux vom Party-Clown hier, etwas spätpubertäres Petting dort und Rivalitäten zwischen zwei Männern um eine Frau. Dazwischen taucht dann immer wieder der Killer auf, stört beim Techtelmechtel oder zweckentfremdet einen Kochtopf mit heißem Wasser, um anstatt Würstchen eine pickelige Visage zu verbrühen.

Das alles kann man sich gut und gerne anschauen, aber ein paar Minuten mehr Splatter machen den Braten auch nicht fett.
Mit oder ohne Gekröse bleibt "Blutiger Valentinstag" einer der unzähligen Vertreter des Genres, die man einmal schauen kann, die einen aber auch nicht vom Hocker reissen.

Mittlerweile entstand unter der Regie des ehemaligen Kameramannes Patrick Lussier ein hammerhartes Remake, das beweist, dass eine Neuverfilmung durchaus besser sein kann als das Original, vor allem wie sehr man durch Phantasie und Einfallsreichtum die altbekannte Story mit raffinierten Story-Twists aufpeppen und das Setting perfekt ausnutzen kann.

Vergleicht man nun die beiden Kritiken, die mit einem Zeitabstand von fast 3 Jahren auseinander liegen und auf unterschiedlichen Fassungen basieren, so ist mit der zweiten Sichtung des Films bewiesen, dass selbst mit erweitertem Splattergehalt der Film beim zweiten Schauen nicht mehr so intensiv auf den Zuschauer einwirkt wie noch beim ersten Mal.

Fazit: kein Film, den man sich immer und immer wieder anschauen kann, denn besser wird er nicht!

5/10

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