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In Valentine's Bluff geschah vor zwanzig Jahren ein Minenunglück, bei dem nach sechs Wochen nur noch einer der Verschütteten lebend, aber wahnsinnig geworden, geborgen wurde. Nach einem Jahr Psychiatrie bringt jener Harry Warden seine Aufseher von damals um, die lieber zur Valentinsparty gingen, statt ihre Aufsichtspflicht zu erfüllen. Seitdem gab es in dem kleinen Kaff keine Valentinsparty mehr bis zur Gegenwart. Doch es dauert nicht lange und der grausame Minenkumpel schlägt erneut zu, der Bürgermeister entschließt sich, alle Feierlichkeiten abzusagen. Das wiederum sehen einige junge Leute, darunter ein paar Minenarbeiter mit ihren Freundinnen, überhaupt nicht ein und feiern ausgerechnet in der alten Mine, doch die Ausgelassenheit wird schnell mit ihrem Blut bezahlt. George Mihalka lässt den Zuschauer nicht lange warten und präsentiert direkt zu Beginn, was "Blutiger Valentinstag" ausmacht: Düstere Stollenatmosphäre, blutige Morde und eine Portion Humor vereint er in diesem Altslasher. So werden wir mit blutigen Herzen, als Pralinen getarnt, amüsiert und der ganze Herzchen- und Glitterfirlefanz bekommt eine deftige Note. Dem Schlitzer in der schwarzen Arbeitskluft mit Gasmaske (sehr gelungen) kann man einen unterhaltsamen Ideenreichtum bei der Art der Tötungen bescheinigen und die Umsetzung lässt kaum Wünsche offen, da bietet der ungleich bekanntere "Freitag der 13." auch nicht mehr für Gorehounds. Die Schauspieler sind hingegen (selbst mit Wohlwollen betrachtet) gerade noch so Mittelmaß, das gleiche gilt für die Synchro. So wird im Mittelteil ausgiebig das Liebesdrama zwischen dem Rebell, seiner Exfreundin Sarah, die sich nicht entscheiden kann, und ihrem neuen Freund etwas vertieft. Wozu das gut ist, wird der aufmerksame Beobachter eben so wie die Auflösung des Ganzen erahnen, bevor es zum blutigen Showdown unter Tage kommt. Die Ordnungshüter sind, wie so oft in diesem Genre, die größten Pfeifen und fast nie da, wo sie sein sollten, nun ja. Wer nicht so genau auf Dramaturgie und Logik achtet, sondern klassische, anspruchslose Slasherkost genießen kann, ist mit diesem kleinen, aber feinen Filmchen gut bedient. Und wer endlich mal eine Unratedversion veröffentlicht, gewinnt wahrscheinlich den Jackpot, bis dahin wird dieses Schmankerl von mir um zwei Punkte abgewertet, nette Unterhaltung ist es trotzdem.

Fazit: Slasher, der trotz platter Rahmenhandlung Spaß macht. Oldschoolfans dürften auch an der Atmosphäre Gefallen finden. (8-2=) 6/10 Punkten

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