Nachdem Cubby Broccoli seinen Helden das letzte Mal in den Weltraum schickte, sollte man hier wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren. Man wollte sich wieder mehr an die Romanfigur Bond halten. Also schrieben Richard Maibaum und Michael Wilson das Drehbuch aus Ian Flemings Kurzromanen " In tödlicher Mission und Risiko ". Dazu holte man sich den Bonderfahrenen Regiesseur John Glen, welcher danach noch viermal randurfte. Nachdem man mit " Moonraker " den teuersten Bond in der Filmgeschichte ablieferte, wollte Broccoli hier lange nicht so viel ausgeben und deshalb hielt man sich hier mit den Gimmicks etwas zurück. Trotzdem ist das Ergebnis wieder einmal fast perfekt geworden und für Bondfans wie mich eine absolute Augenweide.
Inhalt:
Das britische Spionageschiff St. Georges wird bei Albanien versenkt. An Bord ist ein wertvoller ATAC Computer und nun wittern die Russen die Chance an das Gerät heranzukommen. Also wird James Bond ausgesannt um das ATAC zu finden. Dabei kommt Bond dem verbrecherischen Kristatos in die Quere und dem Schmuggler Columbo. Beide wollen Bond von der Bergung abbringen und damit beginnt eine Jagd, auf der Bond den Racheengel Melina kennenlernt, welche sich an Kristatos für die Ermordung ihrer Eltern rächen will. Also verbündet sich Bond mit Melina um das ATAC zu suchen, aber die Gegner haben sie stets im Nacken.
Nachdem James Bond in den letzten Filmen immer mit größenwahnsinnigen Genies zusammentraf, welche gleich die ganze Welt vernichten wollten, ist es hier ganz anders. Es geht eigentlich nur um einen kleinen Computer, welcher die britischen U-Boote kontrolliert und um eine Rachestory am Rande. Außerdem wollte man Bonds Charakter von Grund auf verändern und auch seine Methoden. Strotze er in den letzten Filmen nur so vor Humor, gibt es hier nur ein paar trockene Sprüche von ihm. Auch ist diesmal mehr Körpereinsatz von ihm verlangt. Er hat keine zusätzlichen Hilfsmittel von Q und sein Lotus fliegt am Anfang gleich in die Luft, sodass er mit einer lahmen Ente vor den Gegnern fliehen muss. Natürlich ist trotzdem der Bondtypische Humor geboten, aber er beweist auch hier seine Kaltblütigkeit, indem er den Killer Locque ohne Reue oder mit der Wimper zu zucken ins Jenseits befördert. Genauso war James Bond in den Romanen von Ian Fleming, zwar ein Gentleman, aber auch ein eiskalter Killer wenn es darauf ankam.
Die Action ist wie immer eine Augenweide, gleich im Vorspann muss sich Bond in der Luft an einem Hubschrauber hängend behaupten. Man macht auch Anspielungen auf Blofeld, Glatze, Rollstuhl und eine weisse Katz im Arm, erwähnt den Namen aber nicht. Bond serviert ihn amüsant ab, indem er ihn samt Rollstuhl in einen Industriekamin schmeisst. Man lernt sogar Bonds sentimentale Seite kennen indem er ganz am Anfang Blumen zum Grabe seiner damals verstorbenen Frau bringt.
Nach dem Vorspann geht der Spass erst richtig los, eine Prügelei und Schießerei in einer hübschen Villa und eine lustige Verfolgungsjagd mit einer Ente. Außerdem bietet der Bond eine klasse Skijagd in der der Agent sogar von einer Schanze springen muss. Außerdem legt sich Bond noch mit Eishockeyspielern an, liefert sich eine Schlacht mit einem Unterwasserroboter und einem Mini U-Boot, wird über scharfe Korallen geschliffen und muss einen riesen Berg hochklettern. Die Szene in der Bond und Melina hinter dem Boot durchs Wasser gezogen wurden, war eigentlich für " Live and let Die " geplant. bei der Action bekommt man wieder mal nur das Beste und vor allem sehr viel davon geboten.
Die Kulisse hält sich mal wieder an exotische Drehorte, wie Griechenland oder das in Schneegetauchte Cortina in Italien. Dazu gibt es brillante Unterwasseraufnahmen, während der Mini U-Boot Fahrt.
Die Musikuntermalung stammt diesmal von Bill Conti, welcher wieder die perfekten Klänge zu jeder Einstellung findet und sogar etwas griechische Musik untermischt. Sheena Easton singt den Titelsong " For your Eyes only " und darf als erste und einzige Sängerin während der Musik auftauchen.
Roger Moore als James Bond zeigt hier dass er den Agenten auch skrupeloser mimen kann, aber trotzdem sehr gentlemanlike wirkt. Man kann sagen was man will, aber Moore war einfach ein klasse Bond.
Die Französin Carole Bouquet ist der Racheengel Melina und nach der etwas blassen Lois Childs in Moonraker mal wieder ein richtig ausdrucksstarkes Gesicht und auch hübsch anzusehen.
Topol ist der Schmuggler Miles Columbo mit dem Bond ein sehr sympatischer Charakter zur Seite gestellt wird.
Julian Glover, welcher sogar mal selber für die Rolle des Bond im Gespräch stand mimt den Schurken Kristatos, welchem jedes Mittel recht ist um an das ATAC heranzukommen. Ein guter Gegner für Bond.
Lynn-Holly Johnson ist als junge, etwas nervige Eisläuferin zu begutachten. Sie wirkt leider sehr blass an Bonds Seite.
Fazit:
Bond ist back to the roots und perfekt wie immer. Abwechslungsreiche und fast Non Stop Action mit tollem Sound. Gut gewählte Darsteller und viele verschiedene brillant gefilmte Kulissen. Zwei Stunden beste Unterhaltung.