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James Bond 007 - In tödlicher Mission (For your eyes only), 1981

Welcome to the 80's, Mr. Bond. Mit John Glens erster Regierarbeit in tödlicher Mission war einmal mehr Roger Moore in der Rolle des britischen Geheimagenten zu sehen, welcher hier seinen routiniertesten Filmauftritt hat und ohne große Spektakel auskommen muss, dennoch aber seinen Charme hat und auch mal ganz gut tut, nachdem der Vorgänger Moonraker in so vielen Dingen spektakulär war. Ein ruhigerer Film, dennoch mit tollen Actionszenen und einem verdammt gut aufgelegten Roger Moore, der hier mitunter seine beste Bondleistung liefert.

James Bond wird damit beauftragt ein verschwundenes ATAC(Automatic Targeting Attack Communicator, einen Steuercomputer für den Start von Atomraketen) zu finden. Dieses war zuletzt an Bord eines britischen Schiffes, welches im Ionischen Meer unterwegs war und dort verschwand. Als ein Archäologe, tätig für den britischen Geheimdienst, auf der Suche nach dem ATAC ermordet wird, wird klar das noch andere von diesem Gerät wissen und Bond muss schnell handeln und dabei mit einer nach Rache durstenden, jungen Frau zurecht kommen..

In tödlicher Mission ist irgendwie der unscheinbarste Bond bis hier her. Er wirkt im Vergleich zu den meisten Vorgängern irgendwie ruhiger, weniger mit Actionhöhepunkten ausgestattet und weniger fokussiert auf gigantische Spektakel. Das ist aber alles nicht schlecht, denn auch hier funktionieren die Kämpfe, Verfolgungsjagten oder Shootouts großartigt und sind klasse inszeniert, wenn auch nicht so herausstechend wie viele in den Vorgängerfilmen. Alan Hume, der bei 'The Spy who loved me' für die 2. Unit verantwortlich war, ist diesmal der Hauptmann für die Kamera und leistet gute Arbeit. Schön wie eh und je sind die Aufnahmen und reihen sicht nahtlos in die der anderen Filme ein. Die wunderschönen Locations in Italien und Griechenland sind fantastisch eingefangen und werden im Film toll eingesetzt. Sowohl die Ski-Szenen in Cortina d’Ampezzo als auch die Felsenkletterszene bei den Klöstern von Meteora sind sehr gelungen. Vor allem letzteres gehört mit zu den schönsten Drehorten die Bond bis dahin hatte. Unglaublich toll, schade aber, das man es im Finale ein wenig verschenkt hat, dazu aber später mehr.

Roger Moore macht als Bond einmal mehr eine starke Figur und liefert hier eine tolle Performance ab, die zwischen all der Komik, dem Humor auch noch toll gespielte Ernsthaftigkeit durchblitzen lässt. Vor allem in der letzten Szene der Gräfin und dem Abschied von Locque wird dies deutlich. Großartig, das er immer wieder die Chance bekommt zu zeigen das er nicht nur der 'Slapstick' Bond ist sondern auch anders kann. Als Bondgirls dabei sind Carole Bouquet, welche die von Rache getriebene Tochter des Archäologen spielt, ermordet durch Bösewicht Julian Glover, der als Kristatos eine ziemlich gute Figur macht. Dazu Lynn-Holly Johnson als blondes Dummerchen Bibi und Cassandra Harris als Contessa Lisl von Schlaf. (Trivia an dieser Stelle, sie war seit 1980 die Ehefrau vom zukünftigen Bond-Darsteller Pierce Brosnan, starb 10 Jahre nach ihrem Bond-Auftritt im Alter von 43 Jahren an Eierstockkrebs) Alle machen ihre Sache gut, dennoch halte ich Bouquet und Johnson für zu jung für die Rolle an Roger Moore's Seite. Harris macht da eindeutig die bessere und passendere Figur im Vergleich zu den beiden Mädels. Eine weitere gute Nebenrolle ist die von Chaim Topol gespielte Figur Milos Columbo, dessen Chemie zu Moore einfach stimmt. Darstellerisch kann man dem Film nichts vorwerfen. Auch die Auftritte von Desmond Llewelyn & Lois Maxwell sind wieder einmal stimmig und passend, die Abwesenheit von Bernard Lee macht sich aber bemerkbar. Möge er in Frieden ruhen.

In tödlicher Mission ist ein guter Film, aber nicht der beste Bond. Der Soundtrack ist ganz nett aber irgendwie Bonduntypisch, irgendwie Höhepunktlos. Der Titelsong schafft es auch nicht so recht den Funken überspringen zu lassen, auch wenn dieser schön in den Score eingearbeitet ist. Die Actionszenen sind sicherlich gut inszeniert, aber nicht die besten der Reihe und gerade beim Finale wäre so viel mehr möglich gewesen, schon anhand der fantastischen Location. Dennoch lässt man da ordentlich Potenzial liegen und lässt das Ganze mehr oder weniger verpuffen. Natürlich hätte es keine Massenschlacht oder riesige Explosionen gebraucht aber das ganze war derart höhepunktlos, das es schon irgendwie schade war. Wobei die Klettereinlage an sich ziemlich gut war. Der ganze Film wirkt einfach sehr routiniert, ohne große Mühen, was vielleicht negativer klingen mag als es am Ende gemeint ist. Die Darsteller sind toll, die Story ist nicht sonderlich stark, tut aber ihr nötigstes aber irgendwie fühlt sich das alles wie eine Light-Version vergangener Bonds an. Die Verfolgungsjagt durch Italien ist spannend und klasse gefilmt, aber irgendwie einfach nicht wuchtig genug, das Finale sogar ganz 'action'-arm. Dafür stimmt der Humor aber wieder, welcher gut verteilt über den ganzen Film funktioniert. Kein absoluter Höhepunkt der Reihe, dennoch ein Film der sich aufgrund seiner schönen Locations und den tollen Darstellern sehen lassen kann.

PS:
Eine Frechheit hatte der Film jedoch, nämlich die Pretitlesequence. Der Beginn mit dem Besuch auf dem Friedhof war noch gut, als dann aber der Flug im Helikopter losging und man Bond umbringen wollte, wurde es lächerlich und schlecht. Vor allem dann als man erfuhr wer dahinter steckt. Ein sehr unwürdiger und peinlicher Auftritt und Abgang eines Kultbösewichts. Das Beste an der Sequenz war neben der schönen Friedhofsszene die toll gefilmten Flugeinlagen des Helikopters. Alles andere war maximal unnötig.

7/10

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