Es hätte eine bissige Satire auf billige Fernsehformate und Möchtegernpromis werden können, doch was Regisseur und Co-Autor Martin Owen präsentiert, sind fragmentartige Szenen, die nicht einen Sympathieträger hervorbringen.
In LA geht die Angst um, denn immer mehr Menschen werden Opfer des Killers, welcher mit Vorliebe Z-Prominente und Reality-Stars verschleppt, was live ins Netz ausgestrahlt wird.
Eine erfolglose Schauspielerin (Mischa Barton) und zwei Drogendealer (Dave Bautista und Danny Trejo) geraten ebenfalls in die Schusslinie des Schlächters...
Ein paar brauchbare Ansätze sind durchaus vorhanden, denn das Gehabe der potentiellen, zumeist weiblichen Opfer ist weitgehend nah an dem, was zeitweilig von Personen wie Hilton oder Kardashian mitzubekommen ist. Zudem wird die Klatsch-Presse aufs Korn genommen und diverse TV-Formate bekommen ihr Fett weg. Jedoch alles nur andeutungsweise und zumeist ohne Pointe, denn dazwischen gibt es ja noch den Schlitzer.
Jener trägt eine helle Gesichtsmaske und weiße Klamotten und erinnert ein wenig an Michael Jackson unterm Sauerstoffzelt. Seine Taten werden jedoch lediglich angedeutet, Blut fließt überhaupt nicht, so dass Splatterfans komplett leer ausgehen und folgerichtig eine FSK16 fast schon zu hoch gegriffen erscheint. Spannung kommt bei alledem nicht auf, denn der konturlose Typ schlägt recht wahllos zu, nachdem das entsprechende Opfer eine Namenseinblendung erhält und wie im Falle des Bürgermeisters (Eric Roberts) binnen weniger Momente unspektakulär von der Bildfläche verschwindet.
Der teils amateurhafte Look wird durch zahlreiche visuelle Verfremdungen ohne eigentlichen Effekt untermauert. Split-Screen, Farbfilter, Standbilder, Einblendungen von Textnachrichten und Zeitlupen werden überstrapaziert, genau wie einige Momentaufnahmen in Tanzclubs. Nett ist noch der Einbau zahlreicher Songs aus den Achtzigern, steigern vermag das die kaum vorhandene Atmosphäre nicht. Selbst die Gastauftritte einiger bekannter Gesichter werten das Treiben nicht auf, zumal manche völlig verheizt werden und selbst ein Pornosternchen wie Tori Black, welche durchaus seriös schauspielern kann, lediglich eine kurze Opferrolle erhält.
Die satirischen Ansätze sind okay, doch darüber hinaus findet sich kaum Humor, noch versucht Owen Situationen zu überspitzen, was sich in vielen Fällen anbieten würde. Stattdessen setzt er auf visuelle Verfremdungen und spielt damit minutenlang, ohne auch nur den Hauch einer zusammenhängenden Geschichte zu erzählen, welche rein gar keine Identifikationsfigur anbietet.
So ermüdet das konzeptlose Unterfangen frühzeitig und eine dramaturgische Linie findet sich ohnehin nicht. Die meisten Morde oder Foltereinlagen werden nur vage angedeutet, der Einbau "kultverdächtiger Dialoge" wirkt konstruiert und oberflächlich und im Endeffekt ist nur ein geringer Unterhaltungswert auszumachen.
Ein Regie-Debüt, welches von maßloser Selbstüberschätzung zeugt.
3 von 10