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Fredo und Tonio sind Cops. Zumindest auf dem Papier. Tatsächlich sind sie nicht dafür bekannt, Gangster zu verhaften, sondern ins Leichenschauhaus zu schicken. Nun sind sie auf der Jagd nach dem Spielhöllenbetreiber Pasquini.


Einer der berühmten Polizieschi, den italienischen Poizeifilmen, und in diesem Fall wohl auch einer der Berüchtigsten. Gedreht wurde von Ruggero Deodato, der hierzulande wohl hauptsächlich wegen seiner teils berüchtigten Kannibalenfilme bekannt ist, als da wären Cut and Run, Mondo Cannibale 2 und vor allem der bei uns in D noch immer beschlagnahmte Cannibal Holocaust - Nackt und zerfleischt.

Entsprechend ist auch hier mit einigen Härten und politisch höchst inkorrekten Inhalten wie Selbstjustiz, Sexismus und Polizeigewalt zu rechnen und das liefert Deodato neben jeder Menge Action und Zynismus auch ab.

Hat mir der Film vor unzähligen Jahren bei der Erstsichtung gar nicht zugesagt, so hat er mir heute umso mehr Spaß bereitet. So können sich Meinungen ändern.


Klar, die Protagonisten, so man die beiden soziopathischen Cops, denen quasi nichts heilig ist, so bezeichnen kann, sind nicht unbedingt die großen Sympathieträger. Da man aber keine anderen, besseren Figuren präsentiert bekommt, sondern nur andere, ähnlich denkende Polizisten oder Gangster, schlägt man sich unweigerlich auf ihre Seite, zumal sie tatsächlich guten Menschen (Geschwister von Gangstern gehören nicht dazu) auch nichts antun. Alle anderen sind aber keineswegs sicher, werden bestenfalls als Sandsäcke benutzt, oder eben mal gleich umgelegt. Erst schießen, dann kannste die Fragen auch gleich stecken lassen.

So pflügen sie sich durch die Stadt, gedeckt von ihrem Chef, der ihnen auch mal inoffiziell Aufträge erteilt, die prompt jede Menge Leichensäcke erfordern. Deodato setzt diese Szenen gekonnt um, was letztlich für die gesamte Action gilt. Insbesondere die Eröffnungssequenz, die eine angeblich nicht genehmigte, beeindruckende Verfolgungsjagd mit drei Motorrädern quer durch Rom zeigt, ist rasant und adrenalintreibend inszeniert.

Die beiden Cops werden mit einer ordentlichen Portion Kälte und zynischem Humor von Marc Porel und Ray Lovelock gespielt und das gar nicht mal schlecht. Vermutlich haben sie einige ihrer Sprüche aber nur der deutschen Synchro zu verdanken.


Die mir vorliegende, von Apple vertriebene digitale Version ist in der Gewalt uncut, ihr fehlen aber geschätzte 10 Minuten an Handlung analog zur alten Kinofassung (die zusätzlich in der Gewalt zensiert war). Obwohl ich immer gegen Zensur bin, schadet das dem Film inhaltlich wenig, sorgt aber für straffes, enorm hohes Tempo. Sie zeigt das kurze Ende der italienischen DVD (nur Fin-Einblendung, keine End-Credits).


Trotz des zynischen Inhalts und der Gewalt macht der Film tatsächlich Spaß, so man sich auf die Themen einlassen mag und Exploitation verträgt. Die Action ist klasse und macht den Film absolut sehenswert.



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