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Da ist er also, der erste Bond nach Connery und mit Moore. Die Neuausrichtung sollte sich klar vom Vorgänger abgrenzen und das ist auch augenscheinlich umgesetzt. Weniger handfest, dafür smarter und mit zwei Augenzwinkern statt nur einem. Moore-Bonds waren retrospektiv lange als Klamauk verschrien, haben mittlerweile aber fast durchweg Kult-Charakter, nicht wenige nennen ihn sogar ihre Nummer Eins der Darstellerriege. Aktuell wird sogar laut ein Stilwechsel in diese Richtung der Inszenierung bezüglich der Post-Craig-Ära gefordert, alles wieder etwas lockerer und mit mehr Humor. Was hätte 1973 besser gepasst für einen Umbruch als der Zeitgeist. Blaxploitation war hip, also war das gleichnamige Buch vom Fleming die perfekte Wahl. Die fantastische Pre-Title-Sequenz gibt die Marschrichtung vor und Wing‘s „Live and Let Die“ ist einer der besten Titelsongs der Reihe. Yaphet Kotto als Kananga ist ein charismatischer Schurke und sein buntes Potpourri an Schergen durchweg unterhaltsam. Betreffend der Bond-Girl trifft es das Zitat eines berühmten Barden: ob blond, ob braun, ich liebe alle Frauen. Macht Moore, mehr Womanizer geht nicht! Ein verbildlichter Aristokrat. Whiskey statt Martini, Zigarren, Edel-Zwirn, List statt roher Gewalt. Ein hervorragender Start in eine neue Ära.

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