Eine gefühlte Ewigkeit habe ich auf "Clown" gewartet, und nun, durch eine glückliche Fügung sogar ein paar Tage vor dem eigentlichen Release, bekommen. Selbstverständlich musste dieses Stück Zelluloid sofort verköstigt werden. Das warten hat sich gelohnt!
Ich hab ohnehin seitdem ich denken kann, eine immense Abneigung gegen Clowns. Scheint mit so, als wäre ich nicht der einzige, denn immer mehr Leute in meinem Umfeld sagen, das sie die "bunten Biester" alles andere als lustig finden. Kann ich vollends verstehen. Für mich sind diese "Dinger" das Böse hinter dem aufgemalten Lächeln. Und nun, bekomme ich auch noch eine Grundgeschichte geliefert (wenn sie auch fiktiv zu sein scheint), welche das untermalt.
Laut einer Ur-Sage, ist der Clown nämlich kein netter, lustiger und kinderliebender Zeitgenosse, sondern ein richtig fieser Affenarsch, der als Dämon in den Bergen lebt. Er futtert ausschließlich Kinder, und davon braucht er pro Wintermonat einen ganzen Blagen-Kadaver. Somit also 5 an der Zahl pro Jahr. Hurra! Ich hab endlich eine Bestätigung dafür, warum ich sie so hasse.
Das ist also der grundlegende Gedanke bei "Clown". Wie macht man das denn dem Konsumenten Schmackhaft, wenn man keinen Monster-Horror vorzeigen möchte? Man macht es so:
Der Makler Kent findet in einem Haus, das er renovieren lassen will eine alte Kiste. Darin befindet sich ein Clownskostüm. Was für ein Zufall das sein Sohn heute Geburtstag hat, und der engagierte Clown einfach nicht gekommen ist. Kent schmeißt sich in Schale und beschert seinem Zögling einen unvergesslichen Tag mit seinen Freunden. Doch als Kent mit dem Kostüm einpennt, bekommt er weder die Perücke noch die Nase geschweige denn das Gewandt vom Körper...
Anfangs musste ich teils echt lachen, weil einige Sequenzen durchaus amüsant sind, doch das Blatt wendet sich rasch. "Clown" ist ein durchweg spannender und sehr böser Streifen. Insbesondere für Clown-Hasser eine echte Herausforderung.
Darstellerisch ist "Clown" absolut ordentlich. wenngleich ich bei der Synchro manchmal etwas gestutzt habe. Peter Stormare (Bad Boys II, Insanitarium) macht richtig Spass, die anderen, eher unbekannten Mimen machen ihre Sache sauber und ordentlich.
Die Special-Effects bzw. die Maske sind absolut gelungen. Fies und realistisch. Die Kills sind derbe aber nicht zu explizit. Immerhin handelt es sich um Kinder, da wäre das echt zu bitter geraten und der Film wäre nie bei uns rausgekommen. Die KJ-Freigabe geht in Ordnung. Das Finale ist konsequent und so soll das auch sein.
Fazit:
Produzent Eli Roth hat ganze Arbeit geleistet. Auch wenn ich sicherlich kein großer Fan vom "Bärenjuden" bin, da war viel möglich und er hats ausgereizt. Starker Horror-Streifen mit fiesen Effekten und guter Story. Selbst der Bengel nervt nicht wie beispielsweise der unsägliche Gnom im komplett überbewerteten "Babadook".
8/10