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Pennywise bleibt vorerst konkurrenzfrei, obgleich der bösartige Titelgebende im letzten Drittel mächtig zulangt. Eli Roth zeichnet sich unter anderem als Produzent verantwortlich und spielt in einer Nebenrolle mit, - das erwartete Schlachtfest bleibt jedoch aus und zu lange steht das Familiendrama über dem eigentlichen Horror.

Makler und Familienvater Kent muss am zehnten Geburtstag seines Sohnes Jack einen Clown finden und schlüpft kurzerhand selbst in ein gefundenes Kostüm. Nach der Feier bekommt er es jedoch nicht mehr vom Körper und ein mysteriöser Typ (Peter Stormare) offenbart ihm, dass ein Dämon mit dem Kostüm verwachsen ist und Besitz von seinem Körper ergreifen wird...

Da Clowns generell etwas Dämonisches an sich haben, ist die Grundidee nicht verkehrt und aus der Tatsache des "angewachsenen" Kostüms, inklusive Nase und Perücke schöpft die Handlung anfangs ein paar unterhaltsame Momente. Als Kent mit Werkzeugen versucht, den Stoff von der Haut zu trennen und sich folgerichtig verletzt oder sich beim Arzt rechtfertigen muss, unterhält der Streifen, abgesehen von einigen familiären Drameneinheiten ganz okay.

Doch mit der stetigen Verwandlung fällt Co-Autor und Regisseur Jon Watts nicht mehr allzu viel ein. Kents Hunger auf junges Fleisch steigt, sein Körper verändert sich, was den Spezialisten von Make-up und Maske sehr gut gelungen ist. Anstatt nun garstig den Holzhammer auszupacken, gerät immer wieder die Familie in den Vordergrund und die Spannung bleibt weitgehend auf der Strecke, bis es zum Finale im Spieleparadies ein wenig hitziger zur Sache geht.

Zynische Momente und skurrile Situationen sind zwar gegeben, nur scheint es an Mut und Kreativität zu fehlen, denn wirklich drastisch sind auch die Gewalteinlagen nicht ausgefallen. Zwar handgemacht und weitgehend solide inszeniert, doch in entscheidenden Momenten hält die Kamera nicht vollends drauf oder die Umgebung ist bewusst schummrig gehalten.
Immerhin verschaffen diverse Schauplätze Abwechslung und die Sichtung eines alten Videos sorgt kurz für Gänsehaut.

Darstellerisch ist nichts auszusetzen, obgleich Stormare nur in einer Nebenrolle brilliert, wogegen Andy Powers als Kent nur Mittelmaß abliefert. Der Score hätte etwas mehr im Vordergrund stehen müssen, denn besonders gegen Finale hält er sich zu sehr zurück.
Letztlich gibt es auf handwerklicher Ebene wenig anzukreiden, was sich primär auf die Effekte bezieht, welche eher überdurchschnittlich ausfallen.

Dennoch bleibt der Stoff deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Prämisse ist mehr als tauglich, sarkastische Einschübe machen durchaus Laune, doch im Verlauf ereignet sich schlicht zu wenig und Spannungsmomente bilden Mangelware.
Ansatzweise unterhaltsam, jedoch nichts was schlaflose Nächte beschert.
4,5 von 10

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