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Die Geschichte um Vlad III. kennt kein Ende, denn entweder werden vermeintlich unschuldige Opfer zu Vampiren gemacht oder vom dämonischen Geist des Tyrannen persönlich heimgesucht. Bram Stoker vermochte auf Grundlage der historischen Figur zumindest einen ansprechenden Roman zu kreieren, - das Regie-Debüt von Derek Hockenbrough kommt demgegenüber völlig uninspiriert daher.

Sieben Highschool-Absolventen um Adam wollen ihre Europareise in Rumänien beginnen, im originalen Wohnsitz von Vlad, dem Pfähler. Als die Gruppe von der geheimnisvollen Verwalterin Veronica empfangen wird, welche ein paar Geschichten über den einstigen Hausherren zu berichten weiß, macht sich kollektives Unbehagen breit, was mit dem Verschwinden eines Reiseteilnehmers verstärkt wird...

Der berühmte Pakt mit dem Teufel wird gleich in der Eingangssequenz thematisiert und natürlich wird klar, worauf sich die Gruppe einlässt, als sie nach Rumänien aufbricht.
Leider befindet sich unter den Figuren nicht ein Sympathieträger. Der neureiche und arrogante Adam nervt genauso wie die Kiffer am Rande und auch ein keusches Paar interessiert nicht übermäßig, obgleich er rumänische Wurzeln hat und zunehmend in den Fokus des Geschehens gerückt wird. Die Hinreise mit einem klapprigen Zug ist noch halbwegs atmosphärisch ausgefallen, doch beim Anblick des Schlosses auf einem Berg sieht man sich mit übel eingefügtem Stock Footage konfrontiert, was die Hoffnung auf ordentlich inszenierten Spuk merklich trübt.

Folgerichtig wird die Gruppe reihum dezimiert, doch dies geschieht relativ unspektakulär und ohne dramaturgische Finesse. Mal wird jemand von marmorierten Gestalten umzingelt, dann landet ein Speer in der Brust, bei der anschließenden Flucht in den Wald wird auch jemand durchstochen und so geht es erneut zurück in die Höhle des Löwen. Etwaige Flashbacks bringen weder Abwechslung noch brauchbare Hintergrundinformationen und auch die Wendung gegen Finale ist drei Meilen gegen den Wind zu wittern.

Spannende Momente finden sich keine, das Interieur des Gebäudes schürt nur in Ansätzen Atmosphäre, wogegen die willkürliche Beleuchtung nie klar macht, zu welcher Tageszeit das Geschehen überhaupt abläuft. Der Score bleibt bis auf den gut abgestimmten Einstieg äußerst sparsam und auch die Mimen performen ähnlich, zumal diese völlig austauschbar erscheinen und im Schnitt viel zu alt für Highschool Typen sind.

Es bleibt konturloses Treiben ohne Höhepunkte, erwähnenswerte Schauwerte oder gar auffällige Gewalteinlagen. Über weite Teile amateurhaft inszeniert, dümpelt die Chose voller Belanglosigkeiten vor sich hin und hat im Endeffekt herzlich wenig mit dem Furcht einflößenden Dracula zu tun.
Knapp
3 von 10

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