Mittlerweile wächst die Zahl der Animationsschmieden stetig und das ist in Anbetracht kleinerer Ausfälle von Pixar, Dreamworks und Konsorten durchaus positiv zu bewerten.
Obgleich der Argentinier David Bisbano die vorliegende Story vor kurzem noch einmal leicht variiert durch den Fleischwolf drehte, überzeugt die einfach gehaltene Geschichte mit viel Action und humorigen Einlagen.
Im Wald von Rodencia führen die Mäuse ein eigentlich friedliches Leben, doch per Zufall erfahren der junge Zauberlehrling Edam und seine Spielgefährtin Brie, dass die Ratten unter dem Furcht einflößenden Rotex eine feindliche Übernahme ihres Königreiches planen.
Edam, Brie und zwei weitere tapfere Krieger des Königs müssen eine gefährliche Odyssee antreten, um den Zahn einer Menschenprinzessin zu finden...
Zwar ist der Stoff auf ein überwiegend jüngeres Publikum zugeschnitten, doch auch Erwachsene dürften sich an einigem Wortwitz und dem Einbringen diverser cineastischer Anleihen erfreuen. Die Figurenzeichnungen sind simpel: Edam mangelt es an Mut und Selbstbewusstsein, obgleich er das Zeug zum großen Zauberer hat, während Brie die Furchtlose ist, welche mit gutem Beispiel in Sachen Selbstvertrauen vorangeht.
Ihre beiden Begleiter fallen derweil ein wenig stereotyp und harmlos aus: Eine verfressene Labertasche und ein vermeintlich kämpferischer Aristokrat.
Weitaus mehr Freude verbreitet indes der alte Zauberer Blue, dessen lustiges Antlitz sich deutlich von den etwas schlicht gehaltenen Gesichtern der übrigen Figuren abhebt. Der leicht betagte Kauz sorgt für jede Menge Situationskomik und kommt mit dem einen oder anderen trockenen Spruch um die Ecke, - der eigentliche Hingucker des abenteuerlustigen Treibens.
Lateinamerikanische Merkmale machen sich primär durch Teile der musikalischen Untermalung und der Inka-Kultur bei den Kulissen bemerkbar, was einen leicht exotischen Touch einbringt, während einige Action für Abwechslung sorgt: Ob beim nächtlichen Besuch von Fledermäusen, Ausweichen in einer Felsschlucht oder der turbulenten Überquerung einer Hängebrücke, - auf visueller Ebene ist wenig auszusetzen und weniger ist manchmal eben mehr. Denn für zwischenmausliche Töne bleibt immer noch ein wenig Zeit und da das Ganze nie ins Kitschige abdriftet, wirkt es letztlich umso sympathischer.
Storytechnische Wendungen sind natürlich von Vornherein absehbar und obgleich sich sämtliche Namen der Mäuse von Käse ableiten, - selbiger ist die peruanisch-argentinische Koproduktion gewiss nicht, denn dafür bescheren die 88 Minuten ordentlich Kurzweil und ein wohliges Gefühl ohne Nervfaktor.
Kein Überflieger und auch nicht übermäßig kreativ, im Gesamtpaket jedoch recht knuffig.
7,5 von 10