Brasilien...
Ein Land bekannt für seine heißen Sambatänze, Karneval und seine Fußballnatur. Es dürfte eher selten vorkommen, das jemand die Worte Splatter und Brasilien in einem Zuge ausspricht.
Nun mit dem erscheinen von Rodrigo Aragaos dritter Regiearbeit "Mar Negro" ( so der Originaltitel) könnte sich dieser Umstand durchaus ändern.
Story:
Als zwei Fischer nachts einen eher ungewöhnlichen Fang machen, staunen die beiden nicht schlecht. Ihnen scheint eine Sirene ins Netz gegangen zu sein. Ebenjener gefällt das aber so gar nicht und so attackiert Sie einen der Fischer... mit viel mühe und nicht ganz unbeschadet schaffen es die beiden das Ungeheuer zu töten. Die beiden Fischfänger versprechen sich stillschweigen über die Sache zu wahren und fahren wieder an Land wo sie die restlichen gefangenen Meeresbewohner verkaufen... was die beiden nicht wissen, ist der Umstand das die gefangenen Tiere nicht mehr einfach nur normale Fische sind. Wer sie verspeist bekommt zwar keine Salmonellen.... verwandelt sich jedoch in einen nach Menschenfleisch dürstenden Zombie...
Manchmal, aber wirklich nur manchmal würde ich gerne bei den Prüflingen der FSK sitzen. Während so manchem "mehr oder weniger" harmlosen Streifen die Freigabe verwehrt wird und nur nach ansetzen der Schere ein ok gegeben wird, werden diverse FIlmchen durchgelassen bei welchen dem Splatterfreak das Herz aufgeht. Einer dieser Filme ist "Bloodbath". Vielleicht aber auch nur vielleicht hat man sich gedacht... ok wer den elendigen Mittelteil des Films übersteht, der darf sich am Ende über ungeschnittenes freuen.
Denn nach dem recht ordentlich inszenierten Beginn, muss sich der Filmfreund durch einen wirklich nervigen Mittelteil quälen.
Hier werden stumpfe unsinnige Dialoge ( na gut die deutsche Synchro ist hundsmiserabel) geboten, die Darsteller verhalten sich unglaubwürdig und die Story entwickelt sich so zu zäh Gummi.
Sympathieträger sind ebenfalls Mangelware...
Es fällt wirklich schwer nicht einfach ein paar Kapitel zu überspringen...
Wer es jedoch schafft und sich wacker genug gehalten hat, darf sich über ein Schlußdrittel freuen was sich gewaschen hat.
Gewaschen in Hektolitern Blut.
Denn wenn die Zombies endlich los legen, dann tuen sie das richtig. Hier wird alles geboten was dem Trashsplatter Fan das Herz aufgehen lässt. Kehlenbisse, Gedärmefressereien, over the top Zerschießungen und noch einiges mehr.
Das ganze dabei alles auch noch schön Handmade, errinern die Szenen nicht selten an den guten alten Braindead, auch wenn dessen Klasse natürlich niemals erreicht wird.
Der Genrefreund wird zudem diverse Hommagen an Klassiker wie "Tanz der Teufel" oder "From dusk till dawn" erkennen.
Fazit:
Hirn aus, Bierdosen auf. Wer ein Faible für trashige Splatterunterhaltung hat und nicht allzu viel wert auf spannende Story oder gute Schauspieler legt darf sich über ein im letzten drittel des Films stattfindendes Splatterspektakel freuen was durch derbe handmade Effekte zu gefallen weiß.
Da der Mittelteil so dermaßen öde ist und die Dialoge mir wirklich extrems auf die Nüsse gingen, gebe ich dem ganzen insgesamt 5 Punkte.