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Böse gegen Böse: Wer anderen eine Grube graben will, sollte damit rechnen, dass der Gegner mit Spaten bereits vor Ort ist. Und dann wird es zappenduster, was für Regieneuling Haylar Garcia wohl das Stichwort war, im Mittelteil die Beleuchtung zu sparen und den Rest der Phantasie des Zuschauers zu überlassen.

Josh, Ray und Sammy sind Außenseiter an ihrer Schule und werden ständig drangsaliert. Sie schüren einen Plan für einen Amoklauf und wollen sich die dazugehörige Waffe von einem Redneck schnappen, den sie bis in sein Domizil verfolgen. Ein fataler Fehler…

Garcia versucht mit seinem Werk gleich zwei Geschichten unterzubringen, was prinzipiell löblich ist, hier aber dazu führt, nicht ansatzweise einen Sympathieträger serviert zu bekommen. Denn die vermeintlichen Amokläufer sind schon deshalb unten durch, weil sie unschuldige Tote in Kauf nehmen, anstatt sich gezielt an der Gruppe der Troublemaker zu rächen. Zu jener gehört auch Tasha, die sich ebenfalls unfreiwillig im unterirdischen Folterkeller einfindet.

Und dort geht es in mehrerlei Hinsicht unterbelichtet zu. Schon davor nervte die 8mm-Optik mit zahlreichen Unschärfen, zu vielen Farbfiltern, Überbelichtungen und unnötigen Inserts, doch im Keller des Schlächters wechseln sich Rotfilter, hektischer Schnitt und komplett dunkle Momente ab, so dass teilweise nur erahnbar ist, was der Killer dort treibt. Dieser hat keine Ähnlichkeit mit dem auf dem Cover, sondern entpuppt sich als grunzender Fettwanst mit Pestmaske. Zudem sind seine Gräueltaten in der deutschen Fassung um fast zwei Minuten erleichtert worden, so dass der Film selbst eine FSK16 erhielt.

Zum Ende versucht die Geschichte noch einen Bogen zu schlagen, da der geplante Amoklauf nicht ganz außen vor bleiben sollte, wodurch sich tatsächlich noch ein paar Minuten minimale Spannung ergeben, wobei Szenen danach komplett sinnfrei bleiben und lediglich einen Cliffhanger andeuten.

Mal abgesehen vom Killer, der anfangs auf eine Internet-Anzeige reagiert ohne einen PC oder ein Handy im Domizil zu haben, ergeben sich nicht allzu viele Logiklücken, darstellerisch wird einigermaßen geliefert, nur die Synchro geht gar nicht. Spannende Einlagen sind Mangelware, Splatterszenen auch und obgleich der Fiesemöp einigermaßen widerwärtig anmutet, hält sich das Mitfiebern mit den eindimensionalen Figuren in Grenzen.
Der überwiegend amateurhafte Look gibt dem Ganzen den Rest.
3 von 10

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