Review

Rückkehr der schreienden Killer-Indianer

Independent-Filme im Horrorgenre - die haben sozusagen immer ein Heimspiel. Nicht nur bei mir, sondern auch fast bei jedem anderen, der sie zu Gesicht bekommt. 1. weil sie genau & meist nur das Publikum zu sehen bekommt, für das sie gemacht sind. Und 2., weil ihr rauer Amateur-Charme zum Genre passt, wie die Gedärme in den Bauch. Bei "Savaged" ist genau das der Fall - rau, brutal, irgendwie billig, aber immer ernst & nur selten cheesy. Eine überzeugende Mixtur. Und wenn ich Filmemacher wäre, würde ich mir einfach ein Todes-Glücksrad aufstellen & zweimal dran drehen - wenn dies dann beim ersten Mal auf "The Crow" & beim zweiten Dreh auf "I Spit On Your Grave" zeigt, kommt dann wohl hoffentlich "Savaged" raus. Nur ein Gedanke für aufstrebende Filmemacher mit fehlenden Ideen oder Schreiber mit einer momentanen Sperre im Kopf, auf der Suche nach Herausforderung. Da gibt es doch sicher noch einige interessante Kombis...

Zurück zu "Savaged", in dem eine taubstumme Schönheit auf dem Weg durch das Wüsten-Hinterland der USA von Hillbillies mit Hang zur Indianer-Ausrottung, missbraucht & umgebracht wird. Zumindest bis sie vom ansässigen Schamanen wiederbelebt wird. Und mit ihr ein alter Indianer-Häuptling - wodurch sich natürlich zwei Racheengel gefunden haben... das schon immer übernatürlich deutbaren Rape&Revenge-Genre wird also unverschleiert komplett Richtung Fantasy geschubst. Gut so. Und da sich unser Racheengel auch noch unangenehmem Zerfall stellen muss, wird es sogar noch zombiesk. Klasse! Und unsere Heldin ist auch ohne Worte & trotz Selfiesucht eine Wucht.

Die größten Stärken neben dem schnell zur Sache kommenden Genre-/Hommage-Mix, ist schlicht & einfach die Brutalität. Auch wenn ein paar Effekte, budgetgeschuldet, billig aussehen - der Film ist humorlos hart. Köpfe rollen, Gedärme werden lang gezogen, Pfeile fliegen in Köpfe, die Bundesprüfstellen sehen rot. Die Fans genießen ohne Rücksicht auf Verlust von Gliedmaßen. Nur uncut versteht sich von selbst. Dazu sind die Bösewichte hassenswert dumm & der Film einfach ein gelungener B-Movie, der sich so ernst nimmt, das es schon wieder lustig ist. Etwas zu oft & teilweise dilettantisch CGI eingesetzt, aber insgesamt eine gelungene Rache der Ureinwohner an den minderbemittelten neuen Bewohnern ihres Landes. Sympathisch - sag ich ja!

Fazit: nice, der übernatürlich Twist auf's Rape & Revenge-Genre! Ein paar kleine Schönheitsfehler bügelt dieser blutige Indie mit Charme & Härte aus. Kein Gamechanger, aber ein staubtrockener Sympathieträger!

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