Es fühlt sich an wie eine Episode „Twilight Zone“ und erinnert ein wenig an „Timecrimes“, - das Debüt von Autor und Regisseur James Ward Byrkit, welches mit einem Budget von gerade einmal 50.000 Dollar realisiert wurde. Handwerklich sieht man es dem Werk leider deutlich an, storytechnisch fesselt er indes mit herrlich hanebüchenen Theorien.
Vier befreundete Paare treffen sich zum Abendessen, während ein Komet relativ dicht an der Erde vorbeirast. Als plötzlich der Strom ausfällt und lediglich im Haus zwei Straßen weiter Licht zu sehen ist, machen sich die Anwesenden noch keine Gedanken. Leichte Panik kommt erst auf, als sie im anderen Haus deutliche Hinweise auf ihre Doppelgänger vorfinden…
Erstaunlich, was Kometen so alles zugeschrieben wird, denn hier haben wir es mit Parallelwelten zu tun, in denen offenbar alles möglich ist.
Nachdem man sich durch eine etwas quälende erste Viertelstunde gebissen hat, in der die Anwesenden furchtbar oberflächlichen Smalltalk und stumpfes Durcheinanderreden betreiben, wird es spätestens interessant, als zwei zum anderen Haus gehen und mit völlig unterschiedlichen Aussagen über das Erlebte zurückkehren.
Vielleicht hätte es Byrkit dabei belassen sollen, denn der Stoff verheddert sich mit seinen unendlichen Parallelebenen deutlich und wirkt zu beliebig und bruchstückhaft.
Was die Erzählung zusammenhält und latent interessant gestaltet, ist die groteske Grundsituation und die Tatsache, dass einige Elemente stets wiederkehren, wie ein Ring, Leuchtstäbe, Fotos mit Zahlen, ein Buch oder zweifelhafte Beziehungsgeflechte.
Prinzipiell stört der Einsatz einer Handkamera nicht, doch zuweilen wird nicht der richtige Fokus gefunden, einzelne Momente verschwimmen, andere versemmeln die Tiefenschärfe und darüber hinaus fällt der harte Schnitt ohne wirkliche Blende oftmals negativ auf. Zwar ist man aufgrund dieser Herangehensweise weitgehend mitten unter den Freunden, doch etwas subtiler und überlegter hätte es dennoch gehandhabt werden können. Auch das Schauspiel einiger Mimen langt kaum bis Mittelmaß, nur die professionellen Synchronstimmen holen recht viel aus den teilweise improvisiert wirkenden Dialogen heraus.
Spannend bleibt es bei alledem bis zum Ende, denn selbstverständlich rechnet der Zuschauer bei dem Durcheinander mit einer Art Pointe, welche wiederum einigen Interpretationsfreiraum zulässt. Allerdings auch nur soviel, wie das Quantenbewusstsein etwas garstiges dahinter vermutet.
So geht es im Endeffekt nicht nur um diverse Realitäten, metaphysische Gegebenheiten und alternative Verhaltensweisen, sondern auch um sozialen Komponenten wie Freundschaft, Vertrauen, Grundinstinkte und Selbstvertrauen.
Wer auf Mindfuck steht und genügend Konzentration mitbringt, dürfte 88 weitgehend spannende Minuten erleben, rein rational sollte man sich die Chose jedoch nicht erarbeiten wollen.
7 von 10