Review

„Gallows Hill“ klingt zwar ausgesprochen englisch und kann ein düsteres „haunted hotel“ vorweisen, damit enden aber dann auch schon die Parallelen zu klassischen britischen Gruselgeschichten. Verortet in Kolumbien, scheint alles auf eine klassische Familien-Geistergeschichte zuzulaufen: ein familiär schwelender Konflikt (Vater will wieder heiraten, Tochter will unabhängig sein), eine schwer einzuhaltende Deadline, mieses Wetter, der unvermeidliche Unfall im Nirgendwo, schließlich der nur widerwillig gewährte Unterschlupf in einem aufgegebenen Hotel.
Sperrig, düster und in entsättigten Farben gehalten, scheint hier alles grau, feucht oder dem Verfall preisgegeben zu sein.

Als dann auch noch ein hübsches Mägdelein im Keller eingesperrt gefunden wird, scheint der Fall klar zu sein, hier ist man an einen fiesen Kinderentführer geraten – doch weit gefehlt. Stattdessen empfiehlt sich dann doch nicht in jedem Fall eine sofortige Befreiung, im Umkehrschluss sollte Wache schiebende Grantler unter fünfköpfigen Ansturm auf ein Haus mitunter ein paar Informationen mehr rauslassen, wenn man verhindern will, dass die Besucher den absoluten Super-Gau anrichten.

Es kommt wie es kommen muss: es sind nicht die Geister, es ist eine Dämonenbesessene und das bösartige Viehzeug, springt auf den über, der das letzte Opfer killt. Ja, das ist wenig originell, aber das ist „Gallows Hill“ auch nicht, von der Location abgesehen, wobei das Häuschen auch im Nottingham Forest stehen könnte und es machte keinen Unterschied.
Ist die Prämisse erst einmal etabliert, geht es auch mit der Gruselqualität abwärts, denn bis sich unbequeme Wahrheiten endlich bei allen durchgesetzt haben, sind wir schon zwei Leichen weiter. Und dann ist das eben einer dieser Filme, bei dem selbst im Bewußtsein etwas tun zu müssen oder etwas tun zu lassen, die entsprechenden Überlebenden garantiert Mist bauen, damit auch so richtig alles schief geht.

Das kann man jetzt dennoch ganz nett finden, ich nenne es irgendwann frustrierend und bevor es in die Showdown-Schlußgerade geht, winkt der Schluß-Clou angesichts der familiären Ausgangssituation schon von weitem. Sollte sich der Film irgendwo bei einem Anbieter oder zur Ausleihe anbieten, macht man – solide produziert – sicherlich nichts falsch, wird aber bestimmt auch nicht bis zum Lebensende von dem Erlebnis verfolgt werden, wobei Regisseur Garcia auch bisher eher der Mann für das nette Sequel zum vergangenen Kassenerfolg war und Autor D’Ovidio auch für das leider ebenso abgedroschene „13 Geister“-Skript verantwortlich war. „Gallows Hill“ (aka „The Damned“) ist netter Durchschnitt. (5/10)

Details
Ähnliche Filme