Review

Neben der 666 ist auch die 13 eine gerne verwendete Zahl im Horror - und Mysterybereich, welche stets mit dem Bösen in Verbindung gebracht wird. Um Menschen im Kollektiv durchdrehen zu lassen, wird indes eine schlichte Erklärung geliefert: Laut Maya-Kalender gibt es kein Schaltjahr, der 29. Februar fiele weg und stattdessen gäbe es den 13. Monat, was entsprechend zu 13/13/13 führt. Mehr braucht es nicht, um ein kleines Endzeitszenario mit zombieähnlichen Bedingungen zu schaffen.

Ex-Cop Jack hat so seine dunklen Vorahnungen als er vom Campingtrip mit seinen Kumpels Quentin, Joe und Nathan zurückkehrt, um seine Ex nebst Tochter zu besuchen. Und tatsächlich: Seine Ehemalige muss mit Verletzungen ins Hospital eingeliefert werden, während Tochter Kendra im Beisein der Kumpels ebenfalls durchdreht. Und auch im Krankenhaus verwandeln sich Patienten und Angestellte in aggressive Bestien...

"The Asylum" ist nicht gerade für teure und innovative Produktionen bekannt und auch hier wirkt der Look von Autor und Regisseur James Cullen Bressack oft billig, zumal schauplatztechnisch erst gar nicht versucht wird, über den Tellerrand der betroffenen Kleinstadt zu schauen (kurze Einblendungen im TV mal außen vor).
Immerhin benötigt die Einführung nicht allzu lange und bereits nach kurzer Zeit drehen erste Nebenfiguren durch, während Jack und eine Krankenschwester nicht von der Epidemie betroffen sind, da sie an einem 29. Februar geboren wurden.

Bis zum Finale ist die Handlung in zwei Stränge aufgeteilt, was für die Dramaturgie nicht unbedingt von Vorteil ist, da Jacks Kumpels in dessen Haus bald ein wenig am Rad drehen und bizarre Sachen abziehen, was fast nie spannend gerät. Der Belagerungszustand im Hospital mit anschließender Flucht ins Parkhaus gestaltet sich demgegenüber deutlich fesselnder, zumal es zu einigen Konfrontationen kommt und der Einsatz von Waffen unausweichlich ist.

Immerhin geizt der Stoff nicht mit einigen Splattereinlagen, welche allesamt handgefertigt sind. Zahlreiche Messerstiche, blutige Einschüsse und harte Schläge sind ebenso auszumachen wie eine Axt in Rücken und Schädel, tiefe Platzwunden, überfahrene Körper und einige Kehlenschnitte. Das flotte Tempo und das solide Handwerk tragen ebenfalls dazu bei, sich über weite Teile passabel unterhalten zu fühlen, obgleich die Erzählung nie von hinlänglich bekannten Mustern abweicht oder sich gar mit Erklärungen für den kollektiven Irrsinn aufhält.

Darstellerisch sind demgegenüber einige Abstriche zu machen, denn entweder die Mimen verfallen dem gnadenlosen Overacting und erreichen einen Pegel nahe der Schmerzgrenze oder sie performen hölzern und beinahe unbeteiligt, was im Falle der potentiellen Helden vor allem innerhalb der wenigen ruhigen Momente auffällt.

Ansonsten können die rund 84 Minuten bei geringer Erwartungshaltung durchaus kurzweilig erscheinen, obgleich der Stoff aufgrund mangelnder Abwechslung kurz vorm Finale ein wenig zu schwächeln droht. Ein paar groteske Formen von plötzlich auftretender Gewalt schüren ebenso eine latent kranke Atmosphäre wie die Tatsache, dass es völlig unterschiedliche Formen von aggressivem Verhalten geben kann, während unsere Überlebenskämpfer zu keiner Zeit vor plötzlichen Übergriffen geschützt sind.
Passable Grundidee, zuweilen spannend und brutal umgesetzt, nur den ganz großen Reißer sollte man eben nicht erwarten.
6 von 10

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