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Anazapta“ führt den Zuschauer ins England des 14. Jahrhunderts. In die Zeit der Ritter und der Pest. Und wohl auch in eines der interessantesten Kapitel der Geschichte. Das Hauptaugenmerk des Filmes liegt jedoch nicht bei Schwertkämpfen oder gar großartigen Schlachten, sondern geht doch eindeutig in die Mystery – Drama – Richtung. Hört sich soweit auch ganz vielversprechend an, ist es auch, aber leider nur zum Teil.

Inhaltlich sei an dieser Stelle auch nicht zuviel verraten. Die Story ist an sich jedoch gut durchdacht und für jeden der sein Gedächtnis nicht großartig anstrengen möchte durchaus interessant. Die ausgeworfenen Fäden der Handlung sind zum Ende hin gut miteinander verknüpft und alles ergibt soweit logisch auch seinen Sinn. Spannungselemente oder gar Action sollte man hierbei jedoch nicht erwarten. Eher ein Mittelalterlicher Thriller mit einem nicht all zu großen Tiefgang.

Die Inszenierung ist, mal abgesehen von einigen wirklich grausigen Schnitten, auch ganz gut gelungen. Das doch ziemliche verrottete Mittelalter einer verkrachten Gemeinde kommt sehr gut rüber. Die im Lauf des Filmes auftretende Pest macht dann im Endeffekt alles noch dunkler und schwärzer als es ohnehin schon ist. Alles in allem recht ansehnlich.

Aber auch die Darsteller sind, zumindest für einen relativ unbekannten Film, auch nicht mal so schlecht. Allen voran Lena Heady welche hier in etwa das ebenso einsame Schicksal der zurückgelassenen Königin ereilt wie auch in Zack Snyder´s „300“. Scheint ihr irgendwie zu liegen die Rolle. Durchwegs sind es doch alles relativ unbekannte Darsteller, welche aber allesamt ganz gut ins Bild passen. Hervorragend auch der mehr als christliche Bischoff, welcher die Kirche in meinem Augen nicht passender hätte vertreten können: Lüsternd, Dauergeil, Fett und Falsch – einfach perfekt diese Rolle.

Alles in allem ergibt sich mit „Anazapta“ ein durchaus guter Mittelalter – Thriller, welcher zwar nicht sonderlich in die Tiefe geht, aber gut und gerne zu unterhalten vermag. Ein paar kleinere Durchhänger (nicht beim Bischoff) in der Mitte des Filmes kann man dabei auch gut und gerne verkraften. Netter Zeitvertreib, aber auch nur einmal.

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