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Gerade haben sich die asiatischen Geisterfilme sprichwörtlich totgelaufen und nur noch vereinzelt huschen schwarzhaarige Rachemädchen über enge Korridore, da muss uns ausgerechnet ein Neuseeländer eine Geschichte über eine chinesische Geisterbraut auftischen.
Und die wird dermaßen lahmarschig vorgetragen, als befänden sich sämtliche Beteiligte im Wachkoma.

Neuseeland: Jason ist der Sohn chinesischer Einwanderer und steht kulturell zwischen den Fronten: Verliebt und seit einem Jahr mit Skye liiert, will seine Mutter ihn mit der Chinesin May-Ling verkuppeln. Der Haken: May-Ling ist bereits tot und stört die bestehende Beziehung zwischen Jason und Skye auf eher unorthodoxe Art...

Zwar suggeriert der Score eine surreale Stimmung zwischen Verträumtheit und Bedrohung, doch was da an Spuk auf uns losgelassen wird, ist weniger als eine Geisterbahnfahrt für Kleinkinder, während die Darstellung des Liebespaares an Oberflächlichkeit kaum zu unterbieten ist.
Mal abgesehen von völlig ausbleibenden Figurenzeichnungen, die zu einer gleichgültigen Haltung gegenüber dem jungen Paar führt, geschieht lange Zeit rein gar nichts Übersinnliches.
Hier mal eine rotgekleidete Braut mit hohlem Grinsen, dort eine offenkundige Verschwörung der Vermittler, ein paar Alpträume ohne Pointe und wenn es hoch kommt auch mal der titelgebende Geist auf einer Fahrbahn, was zu den traurigen Höhepunkten der Schauereffekte zählt.

Der Stoff leidet eklatant unter erzählerischen Schwächen, die zu breitflächiger Langeweile führen. Folgerichtig bleiben spannende Momente aus, von etwaigen Schockmomenten ganz zu schweigen und in Sachen Blutvergießen kommen die Darstellungen nicht über den Schnitt in einen Brustkorb hinaus. Auch atmosphärische Highlights finden sich weit und breit keine, zumal die Schauplätze trotz leicht exotisch anmutender Requisiten nichts Markantes aufweisen. Aufgrund der allgemeinen Ereignislosigkeit fallen darstellerisches Unvermögen, peinliche Kleidungswahl wie ein viel zu enges Presswurstkleid und der unlogische Entschluss, einen Geist erwürgen zu wollen natürlich besonders auf.

Am Ende ist man keinen Deut klüger und wer bei alledem auch nur einen Ansatz von Mindfuck erwartet, dürfte sich entsprechend dumm und dusselig suchen.
Autor und Regisseur David Blyth, der nicht nur seinen Vorgänger "Wound" völlig in den Sand setzte, präsentiert mit "Ghost Bride" einen fühlbar einschläfernden Film ohne jegliche Dramaturgie oder erzählerischen Fluss, - narkotisierend, aber nicht im positiven Sinne.
2,5 von 10

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