Es sollte ein Kurzurlaub voller Ruhe und Entspannung werden: Einige Tage in der Abgeschiedenheit eines verschneiten Wochenendhauses in den Catskill Mountains. Mutter Kim sucht Erholung vom Streß ihres Jobs als Psychologin, Vater George verspricht sich von ein paar Tagen Abgeschiedenheit Inspiration für seine Arbeit als Fotograf, und der achtjährige Sohn Miles freut sich auf Spiele im Schnee. Doch bereits die Anreise birgt für die Familie unangenehme Überraschungen. Kurz vor der Ankunft fährt George aus Versehen einen Hirsch an. Als er bei einer Gruppe Einheimischer um Hilfe bittet, zeigen sich diese wenig begeistert von der Anwesenheit der Stadtmenschen und werten den Unfall als Akt der Wilderung. Nach einem kurzen aber heftigen Streit kann die Familie endlich in ihr Ferienhaus einziehen, fühlt sich aber den ganzen Urlaub hindurch verfolgt und beobachtet.
Also ich hab ja wirklich nichts dagegen das sich Horrordramen auch mal subtil unplakativ geben, aber was Wendigo hier präsentiert ist einfach über weite Strecken einfach nur noch öde, denn passieren tut während des gesamten Films inklusive Showdown nicht wirklich viel. Es werden familieninterne Zwistigkeiten angedeutet, latente Fremdenfeindlichkeit der local yokels angedeutet und das ganze plätschert träge ohne Höhepunkte vor sich hin.
Dabei ist das Grundgerüst der Geschichte gar nicht mal so übel, man nehme einen alten Naturgeist aus der Indianermythologie, hetze ein paar verbohrte Hinterwäldler auf eine Urlaub machende Familie und feddich ist der Redneck Movie. Wobei die Probleme bereits bei den Antagonisten losgehen, denn schlecht vom anfänglichen Dreiertrupp ist eigentlich nur der fiese Otis, der im Verlauf des Films aber auch nicht so wirklich hinterhältige Dinge tut. Außer ein wenig drohen, Landfriedensbruch und durchs Fenster spannen tut er der verfolgten Familie nicht an, am Ende erschlägt er zwar den Sheriff (warum eigentlich) aber sonst kommt da nicht viel, am Ende darf er wohl sogar überleben. Überhaupt ist der Bodycount mit sage und schreibe 2 nicht gerade völkervernichtend ausgefallen.
So hat man zwar während des Filmgenusses ein Gefühl ständig steigender Bedrohung, welches letztendlich aber nicht befriedigt wird, bis der Wendigo erstmals zaghaft in die Handlung eingreift, vergehen mal locker 50 Minuten, in denen zwar versucht wird eine Art Atmosphäre in der verschneiten Einöde aufzubauen, aber damit nur bedingt Erfolg hat. Bis auf ein paar kleine Kamerafahrten und Traumfarbspielereien musizieren da die leisen Töne. Trotz der sonst brauchbaren Darsteller, bleibt nur ein bedächtiger Grusel, der keinen 10-jährigen um den Schlaf bringen würde. Kein spannender Film und auch der Mystery Faktor greift nicht so richtig. Ne das war nichts. Wendi-go-home
3/10