Review

Nackte Damen mit deutlichem Hang zu Schusswaffen, schräge Gesichter und ein paar noch schrägere Kameraeinstellungen sind die Grundzutaten dieses japanischen Grindhouse Streifens mit Anlehnungen an billige Actionfilme der Achtziger.
Etwas mehr Handlung und ein paar Auflockerungen hätten dem Treiben sichtlich nicht geschadet.

Mayumi (Asami) wird vom Arzt Mastermind gekauft und dem kalten Entzug ausgesetzt. Kurz darauf instrumentalisiert er die junge Dame für seinen Racheplan, denn ein skrupelloser Killer tötete seine Frau, welche Mayumi als ausgereifte "Gun Woman" rächen soll...

Regisseur Kurando Mitsutake präsentiert uns Asami, wie er und einige andere Betrachter sie möglicherweise nur noch erleben möchten: Schweigsam, nackt und viel in Bewegung.
So dauert es auch nicht lange, bis die Hauptfigur komplett entblößt in Szene gesetzt wird, was in einem recht lang anhaltenden Showdown etwas ausgiebiger seinen blutigen Höhepunkt findet.

Die Rahmenhandlung bilden zwei sich unterhaltende Killer auf dem Weg nach L.A., während die Vorgeschichte um Mayumi lediglich gestreift wird und auch der tragische Hintergrund des Arztes wird mit nur wenigen Szenen abgearbeitet. Das anschließende Training mit Reifen schleppen, Boxen und Bergerklimmungen erinnert nicht von ungefähr an diverse Kampfsportfilme, in denen anfängliche Außenseiter zu Sieger mutieren und dabei über sich hinauswachsen. Dass die Titelgebende bei ihrem Racheakt eine Schusswaffe einsetzt, steht natürlich außer Frage, doch ob ein Mediziner für so eine Aktion unbedingt eine kurzfristige Operation mit dem anschließenden Risiko des zu schnellen Blutverlustes in Kauf nimmt, steht auf einem anderen Blatt.

So macht Mayumi eine durchaus nachvollziehbare Entwicklung durch und auch die Motive des Initiators bleiben nachvollziehbar, doch ein wirklicher Sog will sich daraus nicht entwickeln, zumal der Bösewicht zu vage bleibt und mit nur kurzen Einsätzen zu wenig Profil erhält. Auch die Beziehung zwischen Mastermind und Mayumi wird nicht genügend vertieft, während der Racheplan bis auf ein paar blutige Eingriffe eher dröge und unaufgeregt durchexorziert wird und dabei rein gar keine Spannung aufkommen will, obgleich es in mehrerlei Hinsicht um Leben oder Tod geht.

Asami holt bei alledem recht viel aus ihrer Rolle heraus und ist mit vollem Körpereinsatz dabei, was Kamera und Schnitt überwiegend ästhetisch einfangen, auch wenn es im letzten Drittel deutlich härter zur Sache geht und eine gewisse Unbarmherzigkeit noch ein wenig bei Laune hält. Denn ansonsten entwickeln die Konfrontationen kaum Drive, die Racheaktion an sich verläuft weitgehend überraschungsfrei und auch die Kampfszenen sind über weite Teile einfallslos, zumal die Räumlichkeiten während des Showdowns sehr wenig hergeben.

Die Grundidee ist passabel, darstellerisch ist bis auf ein paar Grimassenschneider nichts auszusetzen und der nostalgisch anmutende Minimalscore vermag ebenfalls zu punkten.
Demgegenüber will die simpel gehaltene Rachegeschichte aufgrund mangelnder Tiefe und ausbleibender Auflockerungen kaum zünden, die Figuren bleiben zu konturlos und auch wenn die Action phasenweise überzeugen kann, will sich kaum ein Mitfiebern einstellen.
Filmfreunde zwischen Grindhouse und Manga könnten damit eventuell glücklich werden, wer wirklich abgedrehte Action mit Drive sucht, wird diese eher im Bereich Rodriguez/Tarantino finden.
4 von 10

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