Review

kurz angerissen*

Ganz klar, der umwerfende Cast ist Hauptverkaufsargument für Scott Coopers zweite Regiearbeit nach „Crazy Heart“. Mit Christian Bale, Woody Harrelson, Casey Affleck, Willem Dafoe, Zoe Saldanha, Forest Whitaker und Sam Shepard herausragend besetzt, auch gerade in dieser Kombination, werden fast alle Szenen von durchdringender schauspielerischer Präsenz bestimmt. Wenn mal nicht, dann weil Cooper den Blick über die Kleinstadt mit anliegendem Stahlwerk nahe der Ramapo Mountains schweifen lässt und eine bemerkenswerte Atmosphäre zwischen knallhartem Realismus und Twin-Peaks-Unwirklichkeit aufbaut. Letztere basiert sicherlich auch auf dem Plot, der eher als poetisches Thrillerdrama funktioniert denn als glaubwürdige Psycho- oder Sozialstudie. Insofern ist der vielfach geäußerte Vorwurf, die autark lebende Bevölkerung in den Bergen werde als degenerierte Gemeinde von Junkies und Kriminellen dargestellt, nur bedingt haltbar; der von Woody Harrelson dargestellte Antagonist arbeitet keineswegs einer verallgemeinernden Aussage über die Bergbevölkerung zu, sondern dient lediglich dem Aufgehen der Storyelemente, die sich samt und sonders um den von Christian Bale dargestellten Hauptcharakter gruppieren und ihm unter dem Strich eine Geschichte liefern, die beileibe keine neuen Erkenntnisse bringt, wohl aber sehr gut gespieltes und geschmackvoll gefilmtes Dramakino.

*weitere Informationen: siehe Profil

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