Die Vorgehensweise des knallharten Cops Hubert Fiorentini ist zwar nicht sehr beliebt, aber wirksam. Gerade nachdem er einen Konflikt mit ein paar Transen hatte und ein Date vermasselt, kriegt er einen Anruf aus Japan. Ihm wird gesagt, dass seine Ex-Freundin Miko, die ihn vor genau 19 Jahren aus unverständlichen Gründen verlassen hat, verstorben ist. Angeblich Krebs. So fliegt Fiorentini nach Japan, trifft seinen alten Kumpel wieder und erfährt dass er eine Tochter namens Yumi hat, die in zwei Tagen volljährig wird und dann Zugriff auf ein Bankkonto mit 200.000.000 Dollar hat. Natürlich sind da noch ein paar böse Buben, die Yakuza, die scharf auf die Kohle sind. Doch Fiorentini erfährt auch noch so einiges über den Tod seiner Ex-Geliebten.
Immer wieder schaffen es die Franzosen so herrlich schräge Actionwerke wie Banlieue 13, Dobermann oder eben hier Wasabi zu schaffen. Diesmal schicken sie Jean Reno in einen East meets West Culture Clash nach Japan, um dort eigentlich nur die Erbschaft einer Verflossenen entgegen zu nehmen, doch nebenbei gibts noch eine Tochter gratis dazu und auch jede Menge Trouble mit dem örtlichen Yakuza Häuptling.
Reno darf dabei seine Standardrolle als harter Bullenmaxe spielen, der nicht nur das sauscharfe Wasabi Zeug wie Eiscreme lutscht ohne mit der Wimper zu zucken, sondern seine Fragen am liebsten nach dem finalen Rettungsschuß stellt. Das er beziehungsunfähig ist und demzufolge auch Golf spielt, dient hier nicht nur als Anfangsgag, sondern spielt später bei der ersten Begegnung mit dem gangsterboß noch eine zentrale (lustige) Rolle. Überhaupt ist der Film eher auf Komödie angelegt. Action findet zwar auch statt, hält sich aber mengentechnisch eher in Grenzen und dient meist auch nur dazu eher die Lachmuskeln als den Bizeps zu trainieren, wenn er nebenbei einen Haufen Schergen plattmacht, während seine Tochter nichtsahnend nebenher einkauft.
Apropos Tochter, für die muß Hubert mal kurz für zwei Tage bis zur japanischen Volljährigkeit übernehmen. Dabei handelt es sich um eine aufgedrehte Dame, die aber von ihrer Mutter einen Haufen Kohle auf dem Konto hat. Ohne jetzt Gewalt gegen Jugendliche propagieren zu wollen, aber ich denke jeder Zuschauer hatte erstmal das Bedürfnis diese zappelige Nuss übers Knie zu legen und sei es nur wegen der orangenen Haar und pinkfarbenen Strumpfhose. Natürlich kommt es aber, wie es kommen muß, die beiden raufen sich zusammen und zusammen mit einem Kumpel gelingt es dem Cop in bester Dirty Harry Manier auch im Land der aufgehenden Sonne mit dem Verbrechen aufzuräumen.
Ich war dabei besonders über Reno selber erstaunt, wußte gar nicht das er so eine staubtrockene humorige Ader hat, die einige echte Brüller hervorzaubern kann. Überhaupt sind die Darsteller allesamt gut aufgelegt und machen richtig Laune. Die verquere Vater/Tochter Beziehung wird zwar gelegentlich etwas überstrapaziert aber insgessamt gesehen ist Wasabi ein gute Komödie mit nicht zu knappen Actioneinschlag, allein über den Transvestitenbanküberfall zu Beginn kann ich immer noch grinsen. Daumen hoch für die Tricolore.
7/10